Sebastian Pella

Der rechtsextreme Historiker Sebastian Pella gehört zu den Gründungsmitgliedern der  Patriotischen Plattform der Alternative für Deutschland (AFD) am 29.03.2014 in Weimar. (1)

Vor seiner Mitgliedschaft in der AfD, Kreisverband Plön, (2) war er Stadtverordneter der CDU Riedstatt und Vorstandsmitglied der Jungen Union (JU). (3)

Pella gehört zu den Unterzeichner*innen des Appells „Kritische Solidarität mit Martin Hohmann – für eine offene, faire Debattegegen Partei- und Fraktionsausschlussverfahren“ (4) und damit zum Unterstützerkreis des Antisemiten Martin Hohmann. (Anmerkung: mittlerweile auch AfD)

Zur Erinnerung: 2003 wurde gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann wegen einer antisemitischen Rede ein Parteiausschlussverfahren veranlasst. 2007 wurde seine Beschwerde vom Karlsruher Bundesgerichtshof abgewiesen; damit war der Ausschluss rechtskräftig. (5)

Als Autor war Pella bisher tätig für folgende neurechte oder rechtsextreme Magazine/Zeitungen: Sezession, Preußische Allgemeine, Eigentümlich frei, Neue Ordnung, Junge Freiheit, Blaue Narzisse, Zuerst!, Die AULA, Patriotische Plattform. (6) (7) (8)

2011 berichteten verschiedene Zeitungen über Pellas Verstrickungen im rechten Lager. Nach diesem Outing erfolgte sein Austritt aus der CDU, doch nicht um Schaden von der Partei abzuwenden, wie er im Sezessions-Interview erklärte, sondern weil rechtskonservative Positionen in der CDU nicht (mehr) beheimatet seinen. (9)

Im selben Jahr verliert er seine Stelle als Referent im hessischen Landtag. (10)

2013: Autor in Neue Ordnung mit dem Titel: „Identitäre Bewegung: Historische Wurzeln im antiken Sparta“. (11)

2014: Pella gehört zu den Erstunterzeichnern des geschichtsrevisionistischen „Frankfurter Aufrufs“. (12)

Das Vorstandsmitglied der rechtsextremen und geschichtsrevisionistischen Gesellschaft für freie Publizistik (GfP) berichtet 2014 von der Jahrestagung der GfP. Sein Artikel, der nicht nur in DIE AULA erschien, trägt den Titel: „Geschichte – Deutschland ewig am Pranger“.

Hier ein Originalabschnitt (inkl. Fehlerteufel): „Geschichte – Deutschland ewig am Prangerlautete der Titel der Jahrestagung, die vom 23. bis 25. Mai im thüringischen Kirchheim abgehalten und von rund 150 Teilnehmern rege besucht wurde.
In den einfuhrenden Worten forderte der GfP-Vorsitzende anläßlich der 2014 zu begehenden Jahrestage die notwendige Revision des im deutschen Kultur- und Sprachraum dominierenden Geschichtsbildes, das einem anachronistischen Schuldkult verhaftet sei, der die vorurteilsfreie Erforschung der Vorgeschichte des Ersten und Zweiten Weltkriegs zu einem „verminten Terrain deutscher Gesinnungsjustiz“ mache. Daß militärische und politische Niederlagen nicht zwangsläufig in einer nationsverneinenden Geschichtsbetrachtung münden müssen, zeige Ungarn als „leuchtendes Gegenbeispiel einer besiegten Nation, die positiv mit ihrer Geschichte umgeht“. In diesem Sinne stehe die GfP für eine im besten Sinne revisionistische Beschäftigung mit der deutschen Geschichte und setze der ver- gangenheitsbewältigenden und zeitgeisthörigen offiziellen Historiographie mit der diesjährigen Tagung erneut ein notwendiges Korrektiv entgegen
.“ (13)

Seine Veröffentlichung mit dem Titel: „Ludwig Woltmann“, ein 35 Seiten Heft über den sozialdarwinistisch-rassentheoretischen „Denker“, wird beworben vom rechtsextremen Thule-Seminar. (14) Hier kann es per e-Post bei ariadne.buch-und-kunst@t-online.de bestellt werden. (15)

10.04.2014 referiert der Historiker Pella in Andreas Licherts Projektwerkstatt Karben, einem Treffpunkt und Veranstaltungsraum auch für die Identitäre Bewegung und ihre Unterstützer*innen. (16)

Das Thema der Veranstaltung beschreibt die FR mit Hinweis auf den hauseigenen Blog von Lichert wie folgt: „Kurz vor dem hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs habe man dort die „historische Wahrheit“ über die tatsächlichen Ursachen und Auslöser des Konflikts debattieren können. Diese seien bisher „einer neutralen und ideologiefreien Betrachtung in der Öffentlichkeit entzogen“ gewesen, fasst Lichert zusammen. Stattdessen regiere die „Propagandalüge“ von der „deutschen Alleinschuld“. (17)

Anmerkung: Andreas Lichert ist Vorsitzender des Instituts für Staatspolitik (IfS) und sowohl wirtschaftlich als auch personell eng mit der Identitären Bewegung (IB) verbunden.

Im November 2016 berichtet NDR.de über Pellas rechte Vernetzungen, über Pella den Jäger, den Waffenscheinbesitzer und fragt: „Warum darf ein Rechtsextremer eine Waffe haben?“ (17)

Panorama berichtet im Dezember 2016, Pella sei im Oktober des Jahres aus „familiären Gründen“ aus dem AfD-Kreisvorstand Plön (Schleswig-Holstein) ausgeschieden. (18)

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Quellen:

(1) https://patriotische-plattform.de/wp-content/uploads/2015/11/Flyer_PP_2015_1110.pdf, zuletzt abgerufen am 19.09.2017

(2) http://www.angelika-beer.de/?p=19628, zuletzt abgerufen am 31.07.2017

(3) http://www.fnp.de/rhein-main/Die-falschen-Freunde-der-CDU;art801,458244, zuletzt abgerufen am 18.09.2017

(4) http://www.kritische-solidaritaet.de/anz12-04.pdf, zuletzt abgerufen am 19.09.2017

(5) https://www.taz.de/Archiv-Suche/!204007&s=martin+hohmann&SuchRahmen=Print/, zuletzt abgerufen am 19.09.20179

(6) https://sezession.de/29207/es-geht-nicht-in-der-cdu-fragen-an-sebastian-pella, zuletzt abgerufen am 18.09.2017.

(7) http://www.fr.de/frankfurt/hessen-afd-unterwanderung-der-afd-durch-identitaere-a-728405, zuletzt abgerufen am 18.09.2017

(8) http://www.neue-ordnung.at/index.php?id=699, zuletzt abgerufen am 31.07.2017

(9) https://sezession.de/29207/es-geht-nicht-in-der-cdu-fragen-an-sebastian-pella, zuletzt abgerufen am 18.09.2017.

(10) a.a.O.

(11) http://www.neue-ordnung.at/index.php?id=699, zuletzt abgerufen am 31.07.2017

(12) http://www.fr.de/frankfurt/hessen-afd-unterwanderung-der-afd-durch-identitaere-a-728405, zuletzt abgerufen am 18.09.2017

(13) http://www.gfp-netz.de/Kongresse/Kongress_2014/body_kongress_2014.html, zuletzt abgerufen am 19.09.2017

(14) http://www.thule-seminar.org/buecher_volk_revolution_5.htm, zuletzt abgerufen am 31.07.2017

(15) a.a.O.

(16) http://www.fr.de/frankfurt/afd-weit-offen-nach-rechtsaussen-a-321323, zuletzt abgerufen am 19.09.2017

(17) a.a.O.

(18) http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Rechte-mit-Waffenschein-Luecken-im-Gesetz-,rechtsextrem116.html, zuletzt abgerufen am 19.09.2017

(19) https://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/afd892_page-2.html, zuletzt abgerufen am 19.09.2017

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