Journalistenwatch

Journalistenwatch, auch bekannt als JouWatch oder YouWatch, ist die Onlineplattform des rechtsextremen Vereins „Journalistenwatch – Verein für Medienkritik und Gegenöffentlichkeit e. V.“, der wegen „Förderung der Volksbildung“ als gemeinnützig anerkannt ist (1) und 2012 von Thomas Böhm gegründet wurde.

Der Chefredakteur und das Redaktionsteam

Die rechte Gesinnung des Chefredakteurs Thomas Böhm dürfte bereits bekannt sein, denn er ist aktueller Bundesgeschäftsführer der rechten Bürgerbewegung PAX EUROPA e.V. (2). 2010 gehörte er zu den Mitbegründern der extrem rechten Partei Die Freiheit (3) und als Autor schrieb er bisher für folgende Magazine oder Blogs, darunter auch Conservo, Juwelen Das Magazin, Eigentümlich Frei oder für die Deutschen Konservativen e.V.

Seinen Twitter-Account Thomas Böhm@jouwatch nutzt Böhm, um Fotos der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) zu verbreiten. (4)

Zum Team der Redaktion gehören Max Erdinger (Autor Blaue Narzisse, Conservo), Christian Jung, Collin McMahon, Iris Kaufmann und Marilla Slominski, Ehefrau von Böhm, als Autorin schrieb sie bisher für Conservo oder für den NS-verherrlichenden Blog deutsche lobby. (5)

Als Autor*innen schreiben und schrieben bisher:

Thor Kunkel (Autor der neurechten Wochenzeitung Junge Freiheit und Creative Director der AfD-Wahlkampagne 2017), der ehemalige Bundeswehrsoldat Götz Kubitschek (IfS Schnellroda), die ehemalige Antifaschistin Anabel Schunke (mittlerweile freie Autorin für Tichys Einblick), die der „Bundesrepublik die Gefolgschaft gekündigt, (hat) weil es keine Obergrenze für Flüchtlinge gibt“ (6), sowie Peter Helmes (Mitgründer Deutsche Konservative e. V., Redaktion und Autor von Die Deutschen Konservativen e.V., Autor Conservo), Nicolaus Fest (AfD, Autor Junge Freiheit und Deutscher Arbeitgeberverband e.V. Markt & Freiheit…) oder Wolfgang Prabel (Autor der AfD-nahen Freie Welt des Sven von Storch), Michael Klonovsky (zuletzt publizistischer Berater für Frauke Petry (AfD), Ramin Peymani (Autor Eigentümlich frei, Hessen Depesche …) oder der mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilte Michael Stürzenberger von P.I.News.

Auch Peter Bartels (Autor Deutschland-Kurier, Autor Kopp-Verlag, Autor P.I.News) schrieb bereits für Jouwatch, sowie Philipp Mosig von der Identitären Bewegung (IB Bayern), der Betreiber der Onlineplattform Philosophia Perennis David Berger, Maximilian Krah (AfD), Michael Mannheimer (Autor Conservo und Die Deutschen Konservativen e.V.)….

Und dies war nur die kleine Auswahl.

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Werbung samt Verlinkung erstreckt sich u.a. auf Compact, eigentümlich frei, die Bürgerbewegung PAX EUROPA oder für das antifeministische Pamphlet von Matthias Rahrbach mit dem Titel: „Warum Frauen eben doch nicht benachteiligt sind“ und dies waren nur einige ausgewählte Beispiele.

Anmerkungen zur Sprache

Überschriften wie zum Beispiel diese: „Frau Merkel, ich verachte Sie zutiefst!“ (vom 21.10.2017) (7) oder „„Flüchtlinge“ gekommen, um zu genießen“ (vom 20.10.2017) (8) vermitteln einen ersten Eindruck.

Die Bezeichnung „Flüchtlinge“ wird hier fast ausschließlich in An- und Abführungszeichen gestellt, so als ob Notlage und Verzweiflung geflüchteter Menschen in Frage zu stellen sei, die Gründe ihrer Flucht bezweifelt werden müssten. Doch wer Flüchtlinge u.a. als „Handaufhalter“ bezeichnet, ist für diese Kritik schon lange nicht mehr empfänglich. Wer Flüchtlinge „Tsunami“ nennt (9) (10), gibt ein Bekenntnis seiner Ideologie und seiner gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit ab. Die nachfolgend ausgewählten Textauszüge oder ihre Überschriften zeigen dies mehr als deutlich.

Beispielhafte Textabschnitte

Anmerkung: Von den folgenden Originalen distanzieren wir uns nicht nur, wir lehnen sie entschieden ab!

Bekanntlich bringen die von Frau Merkel eingeladenen Gäste aus Islamien und Afrika zahlreiche Gastgeschenke in Form von mehr als 50 verschiedenen Infektionskrankheiten mit, wie unter anderem auch den aggressiven und hoch infektiösen „Kopfpilz“, der in Bonn zahlreiche Schulen heimsuchte. Das sind neue Herausforderungen, für die eine Lösung gefunden werden muss, und die kreativen Herausforderungs-Manager der Stadtverwaltung haben auch schon eine!Flüchtlinge“ bringen Krätze nach Bonn. Schuld sind zu enge Unterkünfte! (…)“ (11)

Während sich die deutsche Justiz nach vier Jahren und 373 Verhandlungstagen gegen eine offensichtliche Mittäterin oder/und Mitwisserin von zehn Morden des NSU-Trios in München wieder einmal vertagt und die Welt über deutsche Gründlichkeit grübeln lässt, kommt eine Welle ganz anderer Art auf die deutsche Erfolgsjustiz zu: Die Asylklagewelle, Pardon, der Asyltsunami.(…)“ (12)

„Werden Asylbetrüger jetzt endlich ihre Klappe halten? BAMF will mit Sprachsoftware arabische Dialekte erkennen“ (13)

Und noch einige Überschriften direkt hintereinander, wie im Original:

„Asylbewerber legt Feuer in Abschiebegefängnis“ (20.10.2017)

„Und schon wieder: Mädchen beinahe von „Flüchtling“ vergewaltigt“ (19.10.2017)

„Politik verunsichert: Zuwanderer werden immer krimineller“ (19.10.2017)

„Krätze bei Bereitschaftspolizei“ (19.10.2017)

„Ausreisepflichtige Migranten sollen qualifizierende Arbeitsmaßnahmen finanziert bekommen“ (19.10.2017)

„Kriminalitätsrate steigt gewaltig, Mittel für Justiz dagegen kaum“ (19.10.2017)

„Schiebung, Schiebung, Abschiebung“ (19.10.2017)

„AfD unterstützt SPD bei Reform der Regierungsbefragung“ (19.10.2017)

„Berlin: „Flüchtlingsschule“ legt grandiosen Fehlstart hin“ (18.10.2017)

„„Wir kriegen nie genug“ – Jetzt bekommen auch noch die Türken Asyl“ (18.10.2017) (14)

Abschließende Bemerkungen

Jouwatch ist eine rechtsextreme Onlineplattform mit menschenverachtenden Texten verfasst von einschlägig bekannten Rechtsextremen. Darüberhinaus ist sie auch Teil eines rechtsextremen Geflechts.

Weitere Anmerkungen erübrigen sich von selbst.

Quellen:

(1) http://www.journalistenwatch.com/impressum/, zuletzt abgerufen am 14.10.2017

(2) http://paxeuropa.de/impressum-2/, zuletzt abgerufen am 20.10.2017

(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_B%C3%B6hm_(Kolumnist), zuletzt abgerufen am 16.10.2017

(4) https://twitter.com/jouwatch/status/919778874103345153, zuletzt abgerufen am 15.10.2017 oder https://twitter.com/jouwatch/status/919779325909626880, zuletzt abgerufen am 15.10.2017

(5) https://deutschelobbyinfo.com/2016/09/04/calais-die-neue-toedliche-taktik-der-terror-migranten/, zuletzt abgerufen am 15.10.2017

(6) Ein Text vom 06.01.2017: http://infidels-deutschland.de/2017/01/06/anabel-schunke-und-wieder-ist-jemand-erwacht/, zuletzt abgerufen am 16.10.2017

(7) http://www.journalistenwatch.com/2017/10/21/frau-merkel-ich-verachte-sie-zutiefst/, veröffentlicht unter Die wöchentliche Kolumne von Silvana Heißenberg vom 21.10.2017, zuletzt abgerufen am 21.10.2017

(8) http://www.journalistenwatch.com/2017/10/20/fluechtlinge-gekommen-um-zu-geniessen/ veröffentlicht unter der Rubrik Meinung vom 20.10.2017, zuletzt abgerufen am 21.10.2017

(9) Zur Etymologie des Begriffs Tsunami

„Der Begriff Tsunami (japanisch für: Hafenwelle) wurde durch japanische Fischer geprägt, die vom Fischfang zurückkehrten und im Hafen alles verwüstet vorfanden, obwohl sie auf offener See keine Welle gesehen oder gespürt hatten. Darum nannten sie die mysteriösen Wellen Tsu-nami, das heißt „Welle im Hafen“.

Eine Reihe verheerender Tsunamis zwischen 1945 und 1965 machte dieses Naturphänomen weltweit bekannt und bildete die Grundlage für wissenschaftliche Arbeiten, in deren Folge sich die japanische Bezeichnung als Internationalismus durchsetzte.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Tsunami, zuletzt abgerufen am 21.10.2017

(10) http://www.journalistenwatch.com/2017/07/20/pro-asyl-und-co-haben-ganze-arbeit-geleistet-asylklage-tsunami/, zuletzt abgerufen am 21.10.2017

(11) http://www.journalistenwatch.com/2017/10/14/fluechtlinge-und-studenten-gemeinsam-gegen-kraetze/, zuletzt abgerufen am 21.10.2017

(12) http://www.journalistenwatch.com/2017/07/20/pro-asyl-und-co-haben-ganze-arbeit-geleistet-asylklage-tsunami/, zuletzt abgerufen am 21.10.2017

(13) http://www.journalistenwatch.com/2017/10/21/werden-asylbetrueger-jetzt-endlich-ihre-klappe-halten-bamf-will-mit-sprachsoftware-arabische-dialekte-erkennen/, zuletzt abgerufen am 21.10.2017

(14) http://www.journalistenwatch.com/innland/, zuletzt abgerufen am 21.10.2017

 

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