Marburger Erklärung

Bei der Marburger Erklärung (2009) versehen mit dem Zusatz „Für Freiheit und Selbstbestimmung – gegen totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände“ handelt es sich um eine homosexuellenfeindliche Erklärung, die laut Eigenangaben von mehr als 370 namentlich genannten Personen unterzeichnet worden sein soll. (1)

Verfasst wurde die Erklärung anlässlich der Kritik von Schwulen- und Lesbenverbänden am „6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ in den Räumlichkeiten (Stadthalle und Universität) der Stadt Marburg und zwei als Expert*innen geladenen Referent*innen, aus den Reihen sog. Homo-Umpoler. (2)

Anmerkung: Der Originaltext der Marburger Erklärung kann nachgelesen werden hier

Zu den Unterzeichner*innen gehören u.a. die christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen Hedwig von Beverfoerde (damals noch CDU, Demo für Alle), Gabriele Kuby, Mathias von Gersdorff (Autor Junge Freiheit, Leiter der Initiative Kinder in Gefahr…), Benno Hofschulte (Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur e.V. (DVCK)…), der erste Vorsitzende vom Weißen Kreuz Wilhelm Hoffmann, Felizitas Küble (Verlagsleiterin KOMM-MIT-Jugendverlag, Bloggerin für dieAfD-nahe Freie Welt des Sven von Storch), Mechthild Löhr (als Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL)) oder der Antifeminist Eckhard Kuhla (bekannt als Redner bei Demo für Alle, Vorsitzender Agens e.V. …), aber auch bekannte Personen, aus dem rechten bis rechtsextremen Spektrum, wie z.B. Konrad Löw (Autor der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (SWG), Autor Sezession, Referent der Münchner Burschenschaft Danubia, Junge-Freiheit-Autor…), Wolfgang Ockenfels (Referent für die Alternative für Deutschland (AfD), Autor Junge Freiheit…), Norbert Geis u.v.m.

Zuzüglich einer Vielzahl von Unterzeichner*innen, aus den Bereichen Bildung, Jugendarbeit, Pflege, katholische und evangelische Kirche, Freie Kirchen und Medizin, nicht zu vergessen aus den Parteien (CDU, SPD, Partei Bibeltreuer Christen), die dieses zugrundeliegende (und abzulehnende) Welt- und Menschenbild, ihren Abscheu gegen Homosexuelle, in ihre Berufe hineintragen und auch in ihr soziales Umfeld.

Quellen:

(1) http://medrum.de/content/initiative-fuer-freiheit-und-selbstbestimmung, zuletzt abgerufen am 13.11.2017

(2) Bezieht sich auf Christl Ruth Vonholdt (Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) und Markus Hoffmann (Wuestenstrom e.V.), die Homosexualität als Krankheit oder Lebensform definieren, die mittels „Reparativtherapie“ geheilt oder korrigiert werden kann. https://www.taz.de/!5164562&s/, zuletzt abgerufen am 13.11.2017

Anmerkung: ein Text über die Bedeutung rechter Appelle, Aufrufe und Petitionen gibt es in kurzer Version auch hier

 

 

Kommentare sind geschlossen.