Julia Klöckner

Am 19.02.2018 teilte BR24 mit, die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner, die mögliche zukünftige Bundeslandwirtschaftsministerin, wolle im Ökolandbau Pestizide erlauben.

Quelle: http://www.br.de/nachrichten/kloeckner-will-im-oekolandbau-pestizide-erlauben-100.html

Wie kann es sein, dass eine Frau wie Julia Klöckner, die 2016 das Grußwort für den Marsch für das Leben verfasste, und als „studierte Theologin das Leben als ein Geschenk Gottes“ begreift, eine Entscheidung trifft, die zur Vergiftung von Teilen der Bevölkerung führt? Und wie passt das alles zusammen?

Zunächst ein Auszug aus dem Grußwort 2016:

Natürlich passt das zusammen, denn Abtreibungsgegner*innenschaft hat nichts mit Humanität, „Lebensschutz“ oder „Lebensrecht“ zu tun. Vielmehr steckt ein Welt- und Menschenbild hinter der Ideologie von Abtreibungsgegner*innen, das auf gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit basiert.

Nicht nur das Frauenbild von Julia Klöckner erschließt sich mit einem Blick auf ihren Twitter-Account. Es zeigt sich wesentlich mehr.

Diesen Accounts z.B. folgt Julia Klöckner auch:

Ginge es ihr wirklich darum die Situation schwangerer Frauen, unabhängig davon ob gewollt oder ungewollt, zu verbessern, dann hätte sie es längst getan. Die Möglichkeit dazu hätte sie reichlich.

Und ginge es ihr darum die Situation von Frauen im allgemeinen zu verbessern oder Diskriminierung entgegenzutreten, dann hätten wir das längst gemerkt.

Als Abtreibungsgegnerin gilt ihr Interesse in erster Linie der befruchteten Eizelle, spätestens zum Zeitpunkt der Geburt, ist das Interesse erloschen.

Stattdessen verknüpft sie die „Frauenfrage“ mit Integration …

… und dem Verbot der Vollverschleierung.

Wenn sie also“Frauenrechte“ einfordert oder den Terminus Feminismus verwendet, bedient sie mit ihren Äußerungen rassistische Ressentiments und eine islamfeindliche Grundhaltung und darüber hinaus betrachte ich derartige Äußerungen als Ausdruck ihrer persönlichen Haltung.

Julia Klöckner empfiehlt Boris Palmers Pamphlet: „Wir können nicht allen helfen“.

Jetzt zählte ich bereits drei Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit: Sexismus, Rassismus und Islamfeindlichkeit.

Auch das ist über sie bekannt:

Hier besucht sie einen CDL-Stand.

Auch zum Thema Parteispenden gab es mal was in 2016.

Sie twittert auch über das Vordenker Forum, ein Finanzforum und der Jury, der sie angehört.

In der Jury vertreten Müller-Vogg, der für das rechte Magazin Tichys Einblick schreibt. Zu den „Vordenkern“ dieses Forums gehört auch der Abtreibungsgegner Paul Kirchhof.

Paul Kirchhof wiederum gehört zum Kreis der Freunde und Unterstützer des Instituts für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V.

Quelle: http://www.i-daf.org/wer-wir-sind/unterstuetzer.html

Der Geschäftsführer dieses „Instituts“ ist Jürgen Liminski (Mitglied Opus Dei, Autor Junge Freiheit …), Vater von 10 Kindern. Sein Sohn Nathanael Liminski ist der Chef der NRW-Staatskanzlei. Der frühere Redenschreiber für Roland Koch, ist mittlerweile Armin Laschets rechte Hand.

Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/chef-der-nrw-staatskanzlei-laschets-neue-rechte-hand.862.de.html?dram:article_id=391561

Das mag auf den ersten Blick wenig mit Julia Klöckner zu tun zu haben. Wenn wir aber die jeweiligen Organisationen/Vereine/“Institute“ zum einen als Ressonanzräume gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit betrachten und zum anderen als Plattformen, die den Transport derartiger Ideologien ermöglich, dann durchaus. Wenn wir die jeweiligen Mitglieder und Unterstützer*innen als Sprachrohr verstehen, dann hat das sehr viel mit Julia Klöckner zu tun.

Durch ihre Mitarbeit im Vordenker Forum, durch ihren Besuch beim Stand der CDL, durch einen retweet der Jungen Freiheit, durch ihr Grußwort anlässlich des Marsches für das Leben, durch ihr Buch … trägt sie gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit und rechte Ideologie in die Gesellschaft hinein.

Ob sie das absichtlich tut oder unbewusst, spielt keine Rolle, denn wie zu sehen war, knüpft sie mit ihren Äußerungen an strukturellen/institutionellen Sexismus/Rassismus/Islamfeindlichkeit an und bestärkt diesen noch.

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