Freie Theologische Hochschule (FTH) Gießen

Die Freie Theologische Hochschule kurz FTH ist eine staatlich anerkannte Hochschule betrieben vom Trägerverein für evangelikale Theologie und Ausbildung (FTA) e.V., der ebenfalls seinen Sitz mittelhessischen Gießen hat.

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Die FTH Gießen ist die erste „Hochschule“, die über einen Lehrstuhl für Christenverfolgung verfügt.

Die Absolvent*innen der FTH mit dem Abschluss B.A. Theologie oder M.A. Theologie, werden als FTHalumni bezeichnet. Sie arbeiten in Gemeindeverbünden, Missionswerken, Christlichen Organisationen, Gemeindegründungsprojekten oder Ausbildungsstätten.

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Zum Kollegium der FTH gehören zum Beispiel Harald Seubert aus dem Spektrum der Neuen Rechten, die homosexuellenfeindliche Edith Düsing aus dem Spektrum des christlichen Fundamentalismus oder Stephan Holthaus, Unterstützer der Initiative „Einer von Uns“.

Edith Düsing, apl. Hochschuldozentin für Philosophiegeschichte und Mitglied des erweiterten Kollegiums, vom wissenschaftlichen Beirat des Institut(s) für Ethik und Werte, gehört zu den Erstunterzeichner*innen der 2009 verfassten homosexuellenfeindlichen Marburger Erklärung. Sie war auch Laudatorin bei der Verleihung des Förderpreises des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG) an die beiden Homoumpoler Christl R. Vonholdt (DIJG Jugend) und Markus Hoffmann (Wuestenstrom) im Jahr 2011.(3) Vonholdt und Hoffmann verteten die Ansicht Homosexualität könne bzw. müsse mittels „Reparativtherapie“ geheilt werden.

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Stephan Holthaus, Rektor der FTH Gießen, wissenschaftlicher Beirat des Institut(s) für Ethik und Werte, ist ebenfalls Unterzeichner der homosexuellenfeindlichen Marburger Erklärung (2009). Der überzeugte Abtreibungsgegner, der zum Hauptvorstand der evangelischen Allianz (EAD) gehört, ist Unterstützer, als „Botschafter“ bezeichnet, der Initiative „Einer von Uns“.

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Anmerkung: Die Initiative „Einer von Uns“ gehört zur Zivile(n) Koalition e.V. mit den beiden Vorstandsmitgliedern Sven und Beatrix von Storch (MdB Alternative für Deutschland).

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Die Eheleute von Storch haben zahlreiche miteinander vernetzte Vereine und Initiativen gegründet. Die TAZ beschrieb diese bereits 2016 das Netzwerk der von Storch als ein „Datenimperium“. Mehr dazu hier.

Zu dem „Netzwerk“ der von Storchs gehört z.B. die Zivile Koalition e.V., die ideelle Unterstützerin des jährlichen Marsches für das Leben ist, die Onlineplattform Freie Welt, die Initiative Medienfreiheit für die Bürger, Entscheidung fürs Leben, Initiative Familienschutz, Allianz für den Rechtsstaat e.V. und viele mehr.

Zur Erinnerung: Beatrix von Storch war es auch, die sich 2016 für die Sicherung der Grenzen mit Waffengewalt ausgesprochen hat. Wer ein Halt an der Grenze nicht akzeptiere, müsse als Angreifer betrachtet werden, so von Storch. Die Frage, ob der Grenzübertritt geflüchteter Frauen und Kinder mit Waffengewalt verhindert werden solle, beantwortete sie mit „Ja“.

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Zurück zur Freien Theologischen Hochschule (FTH) mit Sitz in Giessen. Abschließend einige Anmerkungen zur ideologischen Ausrichtung dieser Hochschule.

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Im Rahmen des „Fortbildungstag(es) 2018“ wird ein „Fortbildungsseminar“ zum Thema Homosexualität angeboten mit Armin Baum, Christoph Raedel und Andreas Klotz.

Armin Baum, der eine „kultursensible Bibelauslegung“ propagiert, hat sich im Rahmen eines Textes mit dem Titel: „Die Bibel und ihre schwierigen Stellen“ mit der Frage befasst: „Warum Frauen im Neuen Testament zu schweigen hatten – und ob sie es heute immer noch müssen“.

Immerhin gelangt Armin Baum zu der Erkenntnis, Frauen müssen heute nicht mehr schweigen, die Paradieserzählungen definiert er aber als „ethischer Maßstab“.

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Hier entfaltet der Autor seine bis zum „jüngsten Tag“ geltende moralische Richtschnur, die auf Ausgrenzung basiert. Für trans- und intersexuelle Menschen ist kein Platz vorgesehen, ebensowenig ist keine andere sexuelle Präferenz vorgesehen als die der Heterosexualität. Daraus folgt homo- oder bisexuelle Menschen werden gleichfalls ausgegrenzt.

Zur Ergänzung im Hinblick auf die Fortbildungsveranstaltung zum Thema Homosexualität mit Armin und Baum und Christoph Raedel, Professor für Systematische Theologie und Theologiegeschichte an der FTH Gießen und Autor des Buches: „Gender/Von Gender Mainstreaming zur Akzeptanz sexueller Vielfalt“.

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In diesem Buch vertritt der Autor Raedel die Ansicht eine Sexualpädagogik der Vielfalt schade den Kindern und zerstöre Familien. Trans- und Intersexualität vergleicht er mit Körperintegrationsstörungen.  (10)

Da in der Bibel keinerlei sexuelle Empfindungen oder Identitäten jenseits der Mann-Frau-Polarität zur Norm erklärt würden, sei es nicht biblisch begründbar, solche zu „Varianten der Schöpfungsvielfalt“ zu erklären.  (11)

Im Mittelpunkt seiner Betrachtungen steht nicht das Individuum, sondern ausschließlich die Familie. Diese besteht aus Mann, Frau und Kind(ern). Wissenschaftlich erwiesen, so seine Argumentation, sei es dass Kinder unter drei Jahren für eine optimale Entwicklung eine feste Bezugsperson benötigten, die im „Normalfall“ die Mutter sei.  (12)

Der Familienvater übernimmt die Rolle des Ernährers, was auch von einer Mehrheit der Frauen so gewollt sei, fasst Epochtimes in seiner Rezension Raedels Schlussfolgerungen im genannten Buch zusammen. (13)

Laut Raedel dürfen Frauen zwar reden, aber das körperliche Selbstbestimmungsrecht, ob sie Kinder wollen oder nicht, wird Frauen nicht zugestanden. Die Bestimmung der Frau ist die Mutterschaft, allerdings in der Ehe. Eine Veränderung geschlechtsspezifischer Rollenverteilung ist nicht vorgesehen.

Diese Ideologie hat keinen Platz für individuelle emanzipatorische Entwicklungen vorgesehen, allerdings findet hier eine Vielfalt gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ausreichend Raum.

 

Quellen:

(1) Screenshot vom 27.02.2018; Quelle: https://www.fta.de/index.php?id=569

(2) Screenshot vom 06.03.2018; Quelle: https://www.fthgiessen.de/beruf/berufsfelder.html

(3) https://exgay-observer.blogspot.nl/, Text vom 15.10.2011 „Deutsche Ex-Gay-Aktivisten werden gefeiert

(4) Screenshot vom 07.03.2018; Quelle: http://www.1-von-uns.de/typo3/index.php?id=4

(5) Screenshot vom 07.03.2018; Quelle: http://www.1-von-uns.de/typo3/index.php?id=18

(6) Screenshot vom 08.03.2018; Quelle: https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5274496&s=beatrix+von+storch/, ein Artikel vom 31.012016 mit dem Titel: „Waffengewalt auch gegen Kinder“

(7) Screenshot vom 08.03.2018; Quelle: https://www.fthgiessen.de/fthalumni/fortbildung.html

(8) Screenshot vom 08.03.2018; Quelle: http://www.armin-baum.de/wp-content/uploads/2017/09/M%C3%BCssen-die-Frauen-heute-immer-noch-schweigen-EiNS-3-2017-19-21.pdf

(9) Screenshot vom 27.02.2018; Quelle: http://www.evangelische-allianz-wetzlar.de/2018/02/aufloesung-der-geschlechter-die-gender-agenda-kritisch-betrachtet/

(10) Quelle: http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/gender-mainstreaming-sexualpaedagogik-der-vielfalt-schadet-unseren-kindern-und-zerstoert-die-familien-a2273479.html, ein Text vom 21.11.2017

(11) (12) Quelle: https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/gender-mainstreaming-ignoriert-beduerfnisse-von-kindern-und-familien/, ein Text vom 17.11.2017

(13) Quelle: : http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/gender-mainstreaming-sexualpaedagogik-der-vielfalt-schadet-unseren-kindern-und-zerstoert-die-familien-a2273479.html, ein Text vom 21.11.2017

 

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