Über die Frankfurter Buchmesse 2018 – eine Zusammenstellung von Informationen

Wird fortlaufend ergänzt !!!
Letzte Aktualisierung am 16.09. um 14.20

Frankfurter Buchmesse 10. bis 14. Oktober 2018

[1] Einleitende Anmerkungen
Aussteller incl. Verlage aus dem deutschsprachigen Ausland, wie z.B. Österreich (1)
Rechtsextreme und Rechte Verlage/Vereine/Organisationen

[2] Ahriman-Verlag
[3] Ares-Verlag
[4] Bibliothek des Konservatismus (BdK)/Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF)
[5] CATO Verlag GmbH
[6] DVCK e.V. – Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur
[7] Europa Verlag GmbH & Co. KG
[8] Fontis AG/Fontis Media GmbH
[9] Förderverein der Freunde der Vierteljahresschrift TUMULT *
[10] Informationsdienst der Evangelischen Allianz (idea)
[11] Junge Freiheit Verlag GmbH & Co.
[12] Karolinger Verlag
[13] Konrad-Adenauer Stiftung (KAS)
[14] Leopold Stocker Verlag
[15] Lepanto Verlag **
[16] Manuscriptum Verlagsbuchhandlung
[17] Resch Verlag
[18] Riva – in der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nicht genuin rechte Verlage/Organisationen
[19] Claudius Verlag im Evangelischen Presseverband für Bayern e.V.
[20] Edition Körber/Körber Stiftung
[21] KM. katholischermedienverband
[22] Aussteller aus dem Ausland
Ring Cedars Publishing House LLC (Russland)
[23] Veranstaltungen und Sonstiges
[24] Anmerkungen über den Börsenverein des Deutschen Buchhandels
[25] Anmerkungen über den „braunen Kern“ in der Mitte der Buchmesse
[26] Quellenangaben

  * vertreten durch die Manscriptum Verlagsbuchhandlung
**  vertreten durch KM. katholischermedienverband

**********

[1] Einleitende Anmerkungen

Die größte Buchmesse der Welt, die Frankfurter Buchmesse, findet in diesem Jahr in der Zeit vom 10. bis 14. Oktober statt und damit seit 1948 zum 70. Mal.

4.000 Veranstaltungen fanden im letzten Jahr auf der Buchmesse in Frankfurt statt, 286.425 Menschen aus 137 Ländern besuchten die Buchmesse mit Aussteller*innen aus 102 Ländern. (1)

Darunter auch kritisch-emanzipatorische Verlage, linke Aussteller*innen, Publikationen von und für die LGBTIQ*-Community, Frauenbuchverlage, Romane, Thriller, Comics, Mangas, feministische Schriften, Fachliteratur, Belletristik … und das alles multinational. Wer dabei zum Beispiel an Vielfalt, Diversität und den energetischen Effekt eines inspirierenden Buches denkt, sollte sich bewusst machen, dass zu den Aussteller*innen zahlreiche rechsextreme, rechte, reaktionäre-protofaschistische Verlage und Vereine mit Büchern, Veröffentlichungen und Veranstaltungen gehören, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit transportieren und damit zusätzlich schüren.

Mindestens 15 derartige Verlage und Vereinigungen haben an der Leipziger Buchmesse, die als die „kleine Schwester der Frankfurter Buchmesse“ bezeichnet wird, teilgenommen und das mit 12 Veranstaltungen. Ergänzende Informationen dazu hier

Diese Informationszusammenstellung hat es sich darum zur Aufgabe gemacht, dies zu dokumentieren. Die Dokumentation wird fortlaufend ergänzt, geeignet zum Suchen, Nachschlagen und Informieren.

Zur besseren Lesbarkeit und um einen einigermaßen überschaubaren Überblick bieten zu können, wurden die ergänzenden Informationen über die teilnehmenden Verlage oder Vereine durch Verlinkungen eingebunden.

Die anwendungsfreundlichen Sprungmarkierungen sollen es möglich machen auch nur einzelne Abschnitte auswählen und lesen zu können.

Aussteller(2)

[2] Ahriman-Verlag

In diesem Jahr wird der rechtsextreme und antisemitische Ahriman-Verlag, der auch Mitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist, auf der Buchmesse mit einem Stand und einer Veranstaltung vertreten sein.

Fritz Erik Hoevels wird am 13.10.2018, 14.00 in Halle 4C sein Buch „Die Rechts/Links-Verwirrung“ vorstellen.

Eine kurze Vorschau auf das Buch gewährt von Amazon, die jeden Kommentar überflüssig macht.

[3] Ares Verlag

In diesem Jahr wird der rechtsextreme Ares Verlag, dessen Bücher auch von dem rechtsextremen Antaios Verlag vertrieben werden, auf der Frankfurter Buchmesse mit einem Stand vertreten sein.

 

[4] Bibliothek des Konservatismus (BdK)/Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF)

Auch in diesem Jahr wird die Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung mit der BdK auf der Buchmesse mit einem Stand vertreten sein.

[5] Cato Verlag GmbH

Auch in diesem Jahr wird der CATO Verlag mit einem Stand auf der Buchmesse vertreten sein.

[6] DVCK e.V. (Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur)

Auch die Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur wird mit einem Stand auf der Buchmesse vertreten sein.

[7] Europa Verlag GmbH & Co. KG

Der Europa Verlag wird in diesem Jahr nicht nur mit einem Stand vertreten sein, sondern mit drei Veranstaltungen.

Besondere Bedeutung hat dabei die Autorenstunde mit dem Verlagsautor Raymond Unger.

Dabei geht es um das Buch: „Die Wiedergutmacher: Das Nachkriegstrauma und die Flüchtlingsdebatte“.

Ergänzende Informationen über den Europa Verlag und seine Autor*innen gibt es hier oder als kurzer informatischer thread hier

[8] Fontis AG/Fontis Media GmbH

Auch in diesem Jahr ist die Fontis AG bzw. der Fontis Verlag auf der diesjährigen Buchmesse vertreten.

[9] Förderverein der Freunde der Vierteljahresschrift TUMULT wird durch die Manuscriptum Verlagsbuchhandlung vertreten

Ergänzende vorläufige Informationen über TUMULT  hier
Anmerkung: der Schatzmeister von TUMULT Benjamin Jahn Zschocke ist Sprecher der Bürgerbewegung Pro Chemnitz. (8)

[10] Informationsdienst der evangelischen Allianz (idea)

Auch in diesem Jahr wird idea mit einem eigenen Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sein.

[11] Junge Freiheit Verlag GmbH & Co.

Auch die Junge Freiheit ist als Aussteller geführt.

[12] Karolinger Verlag

Auch in diesem Jahr wird der Karolinger Verlag auf der Buchmesse mit einem eigenen Stand vertreten sein.

[13] Konrad-Adenauer Stiftung (KAS)

Im Ausstellerverzeichnis der Frankfurter Buchmesse ist die KAS noch nicht geführt. Auf der Webseite der Stiftung gibt es diesen Veranstaltungshinweis . Ergänzende Informationen über die Konrad-Adenauer Stiftung gibt es als thread hier

Screenshot vom 06.09.2018; Quelle: http://www.kas.de/suedkaukasus/de/events/78451/

[14] Leopold Stocker Verlag GmbH,
der Bücher des Ares Verlages vertreibt

Auch der Leopold Stocker Verlag gehört zu den Ausstellern auf der Frankfurter Buchmesse.

[15] Lepanto Verlag Der extrem rechte katholische Verlag ist durch die Hintertüre mit einem Autoren auf der Buchmesse vertreten durch KM. katholischermedienverband.

[16] Manuscriptum Verlagsbuchhandlung

Der Manuscriptum Verlag wird mit einem Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sein und mit ihm dann auch indirekt TUMULT. Insofern ist es unerheblich, ob TUMULT einen eigenen Stand betreibt und eine eigenständige Anmeldung.

[17] Resch-Verlag

Der Resch-Verlag, der Abtreibungsgegner*innen, „neuen“ Rechte, Rechts-Libertären,  Rechtsextremen und „Homoumpoler*innen“ seit 1993 Publikationsmöglichkeiten bietet, wird auf der Buchmesse mit einem Stand vertreten sein. Die Beschreibung Bücher zu Themen aus Wissenschaft, Theologie, Wirtschaft und Gesellschaft klingt darum geradezu fahrlässig harmlos.

[18] Riva – in der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Riva, mvg Verlag, FinanzBuch Verlag, Redine Verlag, mi-Wirtschaftsbuch sowie LAGO gehören zur Münchner Verlagsgruppe.

Nicht genuin rechte Verlage/Organisationen

[19] Claudius Verlag im Evangelischen Presseverband für Bayern e.V.

Der Claudius Verlag, 1954 gegründet im evangelischen Presseverband für Bayern e.V., versteht sich als klar christlich und in erster Linie protestantisch. (10) Das hinderte den Verlag jedoch nicht daran das Buch von Alexander Grau, einem Vertreter „neuer“ Rechter, „Hypermoral – Die neue Lust an der Empörung“ zu veröffentlichen und für eine Lesung im BuchHaus Loschwitz der rechtsextremen Buchhändlerin Susanne Dagen zu werben.

Zu dieser Zeit hatte Susanne Dagen bereits die Charta 2017 initiiert, einem Schulterschluss mit rechtsextremen Verlagen, und mit Compact und Ein Prozent zusammengearbeitet.
Ein weiterer Autor im Claudius Verlag ist im übrigen der extrem Rechte Peter Gauweiler (CSU), Sohn des NSDAP-Funktionärs Otto Gauweiler. (11) Peter Gauweilers Buch „Evangelisch in Bayern“ erschien im November 2017.

Wegen der Werbung für Rechtsextreme und wegen der Buchautoren wird der Claudius Verlag hier aufgeführt.

[20] Edition Körber/Körber Stiftung

Aufgeführt ist die Edition Körber/die Körber-Stiftung wegen ihres unreflektierten und geradzu fahrlässigen Umgangs mit dem Namensgeber und Gründer der Stiftung Kurt A. Kröber, einem NSDAP-Mitglied ab 1940, sowie mit der NS-Zeit im allgemeinen.

Auf der Webseite der Stiftung wird Kurt A. Kröber als „Anstifter“ bezeichnet, der zum Vorbild gelebter gesellschaftlicher Verantwortung geworden sei und weiter im Original mit einem Textauszug der sprachlos macht: „(…) 1935 tritt Körber in die Universelle-Werke J. C. Müller & Co. in Dresden ein. Die Universelle beginnt als kriegswichtiger Betrieb auch mit der Produktion von Rüstungsgütern. Dafür werden bis zu 3000 Fremd- und Zwangsarbeiter eingesetzt. 1940 wird Körber Mitglied der NSDAP. Er sieht dies als formales Zugeständnis, mit dem er nie geistige Nähe zum Nationalsozialismus verbindet. Bis 1944 steigt Körber bei der Universelle zum Technischen Direktor auf. 1945 bleibt er unter der sowjetischen Besatzungsmacht im Amt und treibt den zivilen Wiederaufbau des Unternehmens voran.(…)“ (9)

Eine Aufarbeitung und Verantwortung in Anbetracht von Körber, der Mitarbeiter in einem Betrieb wurde, der Zwangsarbeiter ausbeutete und NSDAP-Mitglied war, hat hier definitiv nicht stattgefunden. Geradezu belanglos lesen sich die einzelnen Stationen im Lebens des Gründers, als sei es das Normalste auf der Welt, dass eine Stiftung den Namen eines NSDAP-Mitglieds trägt.

[21] KM. katholischermedienverband

Der Katholische Medienverband, ein Zusammenschluss von katholischen deutschen Medienunternehmen, wird auf der diesjährigen Buchmesse mit einem Stand vertreten sein und mit zusätzlichen elf Veranstaltungen.

Josef Bordat wird sein Buch „Von Ablaßhandel bis Zölibat – Das „Sündenregister“ der Katholischen Kirche“ erschienen im Lepanto Verlag vorstellen. Ein extrem rechter katholischer Verlag.

Ergänzende Informationen über den Lepanto Verlag, der auch Mitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist hier

[22] Aussteller aus dem Ausland
Ring Cedars Publishing House LLC (Russland)

Ebenfalls auf der Buchmesse vertreten: Ring Cedars Publishing House LLC (Russland) mit zwei Veranstaltungen mit Wladimir Megre. Autor der völkisch-antisemitisch-esoterischen Anastasia-Buchreihe.

Die Anastasia-Bewegung, die sich auf die zehnbändige Bücherreihe von Megre gründete, wird laut Fachstelle für Sektenfragen infoSekta CH dem rechtsesoterischen Spektrum zugeordnet. (5)

Die Anastasia-Bücher Megres transportieren aber nicht nur Botschaften, die an eine Mischung aus Hare Krishna, Parapsychologie und Verschwörungsideologie erinnern (6), sondern darüberhinaus auch antisemitisches, geschichtsrevisionistisches, antidemokratisches und antipluralistisches Gedankengut. (7)

[23] Veranstaltungen und Sonstiges

…..

Als Ergänzung: bereits verfasste threads über die Frankfurter Buchmesse 2018

Thread über rassistische, rechte und rechtsextreme Neuerscheinungen auf der #fbm18

Thread: Warum die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr von besonderer Brisanz ist

Ein thread über den „braunen Kern“ auf der Frankfurter Buchmesse, als Rundumschlag

Thread zur Frankfurter Buchmesse 2018 und zur Teilnahme von 16 rechten/rechtsextremen Verlagen

[24] Anmerkungen über den Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels ist Veranstalter der jährlich stattfindenden Frankfurter Buchmesse, verleiht den jährlichen Friedenspreis des deutschen Buchhandels und den deutschen Buchpreis für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres. (3)

Eigenen Angaben zufolge sind im Börsenverein 5.000 Verlage, Buchhandlungen, Antiquariate, Zwischenbuchhändler und Verlagsvertreter organisiert. (4)

Darunter so bekannte rechte bis rechtsextreme Mitglieder wie z.B. das

BuchHaus Loschwitz Susanne Dagen + Michael Bormann OHG

Die rechtsextreme Buchhändlerin Susanne Dagen ist Initiatorin der Charta 2017. Durch gemeinsame Projekte bestehen enge Kontakte u.a. zu Ein Prozent und Ellen Kositza. Ergänzende Informationen über Susanne Dagen hier

Ebenfalls Mitglied ist der rechtsextreme Kopp Verlag

Unter den Mitgliedern befindet sich auch der rechtsextreme und antisemitische Ahriman Verlag

Auch der Lepanto Verlag, ein extrem rechter katholischer Verlag, zählt zu den Mitgliedern des Börsenvereins des deutschen Buchhandels.

Fontis Media GmbH ist ebenfalls Mitglied. Einzuordnen unter rechten Evangelikalen, hervorgegangen aus der Vereinigung zweier Verlage aus dem Spektrum des Pietismus und der Pfingstkirche oder –bewegung.

[25] Anmerkungen über den „braunen Kern“ in der Mitte der Buchmesse

…..

[26] Quellenangaben

(1) https://www.buchmesse.de/files/media/pdf/facts-and-figures-frankfurter-buchmesse.pdf, zuletzt abgerufen am 05.09.2018

(2) Die angegebenen Aussteller sind über nachfolgenden Link zu finden: https://catalog.services.book-fair.com/de/aussteller-und-verzeichnisse/ausstellersuche/

(3) https://www.boersenverein.de/de/portal/Boersenverein/158389

(4) https://www.boersenverein.de/de/portal/Boersenverein/158389

(5) http://www.infosekta.ch/media/pdf/Anastasia-Bewegung_10112016_.pdf, zuletzt abgerufen am 11.09.2018

(6) https://www.woz.ch/-73a3, zuletzt abgerufen am 11.09.2018

(7) http://www.sektenwatch.de/drupal/sites/default/files/anastasia.pdf, zuletzt abgerufen am 11.09.2018

(8) https://www.derwesten.de/politik/die-bewegung-hinter-den-demos-das-ist-pro-chemnitz-id215205163.html

(9) https://www.koerber-stiftung.de/ueber-uns/der-stifter, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

(10) https://www.claudius.de/ueber-uns, zuletzt abgerufen am 16.09.2018

(11) https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Gauweiler, zuletzt abgerufen am 16.09.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

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