Fontis Verlag

  1. Einleitende Anmerkungen
  2. Autor*innen des Fontis Verlags
  3. Abschließende Anmerkungen
  4. Anhang
  5. Quellenangaben

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1.) Einleitende Anmerkungen

Der Fontis Verlag ist der ehemalige Brunnenverlag in Gießen und einem Ableger in Basel. 2016 fusionierte der pietistisch geprägte Brunnenverlag Basel mit dem Asaph-Verlag, der einen pfingstkirchlichen Hintergrund hat. [1] Vereinfacht formuliert: der Fontis Verlag ist ein evangelikaler Verlag, im Sinne sog. Bibeltreuer.

Anmerkungen: Ein ausführlicher Text zum Thema Pietismus bietet Wikipedia [2]. Wikipedia beschreibt darin unter anderem den radikalen Pietismus, der sich in der Ablösung von der Staatskirche als Separatismus zeigt.
Eine eine ausführliche Erläuterung zur Pfingstbewegung, deren Gemeinden in der Regel als eingetragene Vereine organisiert sind, ist bei Wikipedia zu finden.
[3]
Hier gilt es zu berücksichtigen, dass Pfingstkirchler*innen nicht unbedingt zur Staats- oder Landeskirche gehören. In diesem Fall findet der Separatismusbegriff seine Anwendung.

Seit 2014 fungiert der Verlag unter dem Label Fontis – Brunnen Basel. [4] Rechtsform ist die Aktiengesellschaft (AG) nach Schweizerischem OR. [5]

Die Fontis AG und damit auch der Verlag werden vertreten durch drei Geschäftsführer. Darunter auch der Verlagsleiter (Dr.) Dominik Klenk. [6] [7] Bevor er diese Funktionen 2012 übernommen hat, war er zehn Jahre Leiter und erster Prior der Offensive Junger Christen (OJC). [8]

Eigenen Angaben zufolge ist Klenk auch Herausgeber des Magazins Salzkorn, eine periodisch erscheinende Schrift des OJC. Ob er das immer noch ist, konnten wir bisher nicht verifizieren, aber nach wie vor sind Klenk und der OJC sehr eng miteinander verbunden. Zuletzt stand Klenk für die OJC am Tag der Offensive 2018 auf dem Podium, um Fragen zu beantworten. [9]

Anmerkungen: Die OJC ist Mitglied in der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) oder in der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD)- DEA und EAD sind identisch- und kann damit den rechten Evangelikalen oder auch den sogenannten Bibeltreuen zugeordnet werden.

Zum OJC gehört auch das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG). Dieser Verein setzt sich, ganz im Sinne der Ideolgie der EAD und der OJC, zusammen aus homosexuellenfeindlichen Abtreibungsgegner*innen und fundamentalistischen Christ*innen. Zu den Autor*innen gehören auch Christel R. Vonholdt und Markus Hoffmann (Wuestenstrom). Beide bewerben bzw. präferieren die Homoheilung bzw. die so. „Reparativtherapie“.

Die OJC kann ohne Übertreibung den „Homoumpoler*innen“ zugeordnet werden.

Ergänzende Informationen über die „Homoumpoler*innen“ des OJC in Form eines threads hier

Ergänzende Informationen zur menschenfeindlichen Ideologie der EAD in Form eines threads hier

2.) Autor*innen des Fontis Verlages

Unter der Vielzahl unbekannter Namen stechen als Autor*innen hervor:

1.) Der Unterzeichner der homosexuellenfeindlichen Marburger Erklärung und Abtreibungsgegner Robert Spaemann, Beiratsmitglied des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG), Referent von Demo für Alle, Unterzeichner des Appells für die Pressefreiheit (2006), initiiert von der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit … .

Gemeinsam mit Bernd Wannenwetsch hat Robert Spaemann das Buch verfasst: „Guter schneller Tod? Von der Kunst, menschenwürdig zu sterben“.

Anmerkung: Eine Leseprobe dieses Buches gibt es hier

2.) Die Unterzeichnerin der antifeministischen Frankfurter Erklärung und Abtreibungsgegnerin Birgit Kelle (CDU). Ihr aktuellstes Buch erschien 2017 bei Fontis – Brunnen Basel und trug den entmenschlichenden Titel: „Muttertier“.

Und als ob das Muttertier nicht schon genug sei, bewarb kath.net ihr Buch mit den Worten „Birgit Kelle: Ganz tierisch Mutter sein[10]. In einem Interview mit idea spektrum anlässlich dieses Buches erklärte die Autorin Kernkompetenz jeder Frau sei es KInder zu gebähren und reduzierte damit das Muttertier gleich ganz auf den Uterus, der, ginge es nach ihr und all den anderen rechten und radikalen Abtreibungsgegner*innen, die sich „Lebensschützer*innen“ oder „Lebensrechtler*innen“ nennen, public domain wäre.

Gleichnamiges Buch erhielt im Oktober 2017 auch eine Rezension im rechtsextremen Magazin Sezession. [11] Ellen Kositza/Schenke bewarb ihr Buch mit den Worten: „(…) Allen »selbsterziehenden« Müttern, die sich dauernd scheelen Blicken und hintersinnigen Fragen (warum sie eigentlich studiert haben; wie sie das bloß aushalten »am Herd«; Kondomgeschenke zum vierten Kind) ausgesetzt fühlen, sei dieses Buch als alltagstaugliche Fibel und Arsenal ans Herz gelegt! (…)[12]

Und das waren nur einige Beispiele begeisternder Reaktionen von Rechten und Rechtsextremen.

Anmerkung: Eine Leseprobe dieses frauenverachtenden Buches gibt es hier

3.) Der Erstunterzeichner der rassistischen Erklärung 2018 Klaus Kelle (CDU), Ordensbruder des Tempelritterorden e.V., Autor für die AfD-nahe Freie Welt, die zum Netzwerk von Sven und Beatrix von Storch gehört, Autor für Eigentümlich frei und Betreiber des mittlerweile wieder eingestellten Blogs The GermanZ, Referent für die Bibliothek des Konservatismus … .

2017 erschien im Fontis Verlag sein Buch „Bürgerlich, christlich sucht … Biete Meinung statt Mitte“. Auffallend auf dem ansonsten eher unauffällig erscheinenden Covers sind die drei Punkte, die schwarz, rot und gold gefärbt sind. Das Vorwort selbst macht sofort klar, dass mensch es hier mit einer rassistischen Hetzschrift zu tun hat, die die Narrative „neuer“ Rechter pflegt.

Ein kleiner Textauszug soll dies nachfolgend verdeutlichen.

[13]

4.) Dominik Klenk, Referent für die Evangelische Allianz [14], Herausgeber des Buches: „Gender Mainstreaming – Das Ende von Mann und Frau?“ (2009) mit Beiträgen von Konstantin Mascher (OJC), Christl R. Vonholdt (DIJG) und Markus Hoffmann von Wuestenstrom.

ERF Medien e.V., die zur Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) gehören, bewarben sein Buch mit den Worten: „Das Ende von Mann und Frau? Gleichstellung oder Geschlechterwirrwarr? Ein neues Buch zum Thema „Gender Mainstreaming“ fordert Christen zur mutigen Stellungnahme auf. (…) Die Beiträge der Autoren sind fundiert und anspruchsvoll geschrieben. Wer tiefer in das Thema Gender Mainstreaming einsteigen möchte und eine analytische Herangehensweise nicht scheut, findet in diesem Buch eine gute Grundlage zur eigenen Meinungsbildung.[15]

Anmerkung: Eine Leseprobe von Gender Mainstreaming gibt es hier 
Diese Lesepreobe verdeutlicht, dass es nicht um Fakten, nicht um eine analytische Herangehensweise im wissenschaftlichen Sinne handelt, sondern um Antifeminismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, wie sie auch von Demo für Alle und sonstigen Organisationen vertreten wird. Buch und Autor sind demzufolge keinen Deut besser.

3.) Abschließende Anmerkungen

Fontis beruft sich auf die christlichen Wurzeln mit Aussichten mit Ewigkeitshorizont. [16] Quelle der Inspiration ihres Arbeitens sei das Leben und Wirken von Jesus Christus, so beschreibt der Verlag seine Ziele und Werte. Zum Verlagsprogramm gehört deshalb auch die kommunikative Bibelübersetzung Hoffnung für Alle, sowie Andachten, Kalender, Ratgeber, Seelsorger und vieles mehr aus dem frömmelnden Sektor, allerdings darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verlag über eine ausgeprägte rechte bis extrem rechte Affinität verfügt und mit Selbstverständlichkeit rechte Narrative verwendet.

Für diejenigen, die sich mit den Glaubensgrundsätzen der EAD oder der Evangelikalen bereits auseinandergesetzt haben, ist dies nicht überraschend. Für die anderen ist der Fontis Verlag nur ein christlicher oder frommer Verlag, mehr nicht. Und das macht jene Verlage umso gefährlicher, weil sie gruppenbezoger Menschenfeindlichkeit eine Plattform bieten und damit auch Transportmöglichkeiten für die Ausgrenzung, Abwertung und Entwertung von Menschen, die nicht dem „evangelikalen“ Bild entsprechen. Das betrifft nicht nur Geflüchtete oder POCs, sondern auch die Community der LGBTIQ, richtet sich aber auch gegen Frauen und ihr Recht auf Gleichberechtigung und körperliche/sexuelle Selbstbestimmung, vereinfacht formuliert. Insofern ist die Affinität, die bis zur Zusammenarbeit mit Rechtsextremen führt, geradezu zwangsläufig. [17]

Auf der Webseite des Verlages gibt es ein Interview mit Klaus Kelle aus dem Jahr 2016 mit der Überschrift: „Sagen, was die schweigende Mehrheit denkt“. [18]

In diesem Interview werden „Lügenpresse“ schreiende Nazis und Faschisten zu „besorgten Bürgern“ erklärt. Der Gesprächseinstieg beginnt mit der Frage, ob der Blog The GermanZ von Klaus Kelle ein deutsches Pendant zum „amerikanischen Meinungsportal Breitbart“ sei, ein konservatives Medium.

Mal abgesehen davon, dass Breitbart eine Nachrichten- und Webseite der Alt Right-Bewegung ist und damit von Rechtsextremen oder Nazis für Rechtsextreme und Nazis betrieben wird, und damit keineswegs konservativ im Sinne von protofaschistisch ist, sind die nachfolgenden Antworten von Klaus Kelle durchaus interessant. Zeigen sie nämlich wes Geistes Kind Klaus Kelle ist, salopp formuliert, sie verdeutlichen wie er „tickt“.

Klaus Kelle hält nämlich nichts von Respekt, den er als „politische Korrektheit“ bezeichnet und damit einen rechten Kampfbegriff verwendet. Wenn er Deutschland ändern könnte, würde er nicht nur gegen Rechtsradikale vorgehen, sondern auch gegen den aggressiven Islamismus und den Linksradikalismus, zu dem er auffallend mehr zu sagen hat als über Seinesgleichen: „(…)Diese Herrschaften, die „Bonzen-Autos“ abfackeln, gewalttätige Angriffe auf Veranstaltungen politischer Gegner organisieren, Andersdenkende mit Gewalt mundtot machen wollen. Die machen unter dem Banner des „Antifaschismus“ im Grunde nichts anderes als die Nazi-Schlägertrupps in den 20er und 30er Jahren. (…)“.[19]

Das gesamte Interview mit Klaus Kelle, von einem vermeintlich christlichen oder evangelikalen Verlag geführt, wurde als Screenshot in den nachfolgenden Anhang aufgenommen. Damit nicht übersehen oder ignoriert werden kann, welche Art von Ansichten dieser Verlag unterstützt und durch Publikation sogar unwidersprochen weiterverbreitet. Ein Verlag, der nur vorgibt sich auf christliche Wurzeln zu beziehen, dabei aber dann doch gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit transportiert und damit nicht anders zu bewerten ist als jeder gemeine rechte Verlag und/oder Verein.

4.) Anhang

[20]

5.) Quellenangaben

[1] https://www.pro-medienmagazin.de/wirtschaft/2016/06/23/pietisten-und-pfingstverlage-werden-eins/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Pfingstbewegung, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[4] https://www.fontis-verlag.com/firmengeschichte/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[5] https://www.fontis-verlag.com/sample-page/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[6] https://www.fontis-verlag.com/sample-page/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[7] http://www.dominik-klenk.de/werdegang-lebenslauf, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[8] http://www.dominik-klenk.de/werdegang-lebenslauf, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[9] https://www.ojc.de/medien/bildergalerien/tag-der-offensive-2018/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[10] http://www.kath.net/news/61004, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[11] https://sezession.de/58279/nicht-befreit-sondern-eingefangen, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[12] https://sezession.de/58279/nicht-befreit-sondern-eingefangen, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[13] https://www.amazon.de/B%C3%BCrgerlich-christlich-sucht-Klaus-Kelle/dp/3038481076/ref=sr_1_fkmr0_2?s=books&ie=UTF8&qid=1535979656&sr=1-2-fkmr0&keywords=%22klaus+kelle%2C+fontis%22#reader_B06Y1Q8C17, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[14] http://www.dominik-klenk.de/tag/evangelische-allianz, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[15] https://www.erf.de/index.php?node=2270-542-3063, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[16] https://www.fontis-verlag.com/werte-und-ziele/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[17] Die Glaubensgrundsätze der EAD Abschnitt 5: „Anmerkungen zur Ideologie der EAD – Glaubensbasis und Nashville-Erklärung => http://bkramer.blogsport.eu/2018/04/17/informationen-ueber-die-evangelische-allianz-in-deutschland-ead/#_ftn5

[18] https://www.fontis-verlag.com/klaus-kelle-sagen-was-die-schweigende-mehrheit-denkt/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[19] https://www.fontis-verlag.com/klaus-kelle-sagen-was-die-schweigende-mehrheit-denkt/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[20] https://www.fontis-verlag.com/klaus-kelle-sagen-was-die-schweigende-mehrheit-denkt/, zuletzt abgerufen am 04.09.2018. „Klaus Kelle: Sagen, was die schweigende Mehrheit denkt“, ein Interview vom 08.12.2016

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