TUMULT

Der Förderverein der Freunde der Vierteljahresschrift TUMULT und Herausgeber des gleichnamigen Magazins wurde eigenen Angaben zufolge am 15.08.2014 gegründet. [1] Aufgabe des Vereins, der als gemeinnützig anerkannt worden und damit steuerrechtlich begünstigt ist, sollen „Erkenntniszwecke“ sein.

Weiter im Original:

„Anregung von Kultur-, Sozial- und Naturwissenschaftlern sowie Schriftstellern und Künstlern und allen interessierten Bürgern zur Erforschung und Darstellung der aktuellen Entwicklung,
Durchführung von Veranstaltungen, Lesungen und Diskussionen im Interesse einer Vertiefung der zeitgeschichtlichen Auseinandersetzung,
die Gestaltung, Herausgabe und Verbreitung der Vierteljahresschrift TUMULT
und die Förderung unbekannter Autoren.“
[2]

Die Vierteljahresschrift für Konsensstörung TUMULT, die bereits 2013 entstand, versteht sich als politisches Organ bzw. als ein „Widerstandsblatt“ und in dieser Eigenschaft plädiert sie „… selbstverständlich dafür, die Masseneinwanderung aus Asien und Afrika, ob kontrolliert oder nicht, zu unterbinden und daran zu erinnern, was sie zerstört und bewirkt.“ [3]

TUMULT ist aber mehr als „nur“ rassistisch durch und durch bis ins Mark, sondern kann auch ohne Übertreibung als rechtsextremes Magazin bezeichnet werden.

So sind ein großer Teil der Vorstandsmitglieder und Autor*innen im rechten/rechtsextremen Spektrum tief verankert und sehr gut vernetzt. Manche von ihnen haben darüberhinaus eine langjährige dementsprechende politische Vita. Wie nachfolgend veranschaulicht werden soll.

So z.B.

Frank Böckelmann als Vorstandsvorsitzender des Vereins und Autor [4]
Erstunterzeichner der rassistischen Erklärung 2018, Autor für das rechtsextreme Magazin SezessionUnterzeichner des Appells für die Pressefreiheit (2006) initiiert von der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit, Autor für Compact, Referent für die Bibliothek des Konservatismus….

Ulrich Schacht als stellvertr. Vorsitzender

Benjamin Jahn Zschocke als Schatzmeister
Auch er verfügt eine langjährige rechtsextreme politische Vita. Als Mitbegründer der Blauen Narzisse [5] verfasste er als Autor auch Beiträge für das rechtsextreme Magazin (zuletzt 2016) und ebenso für die Sezession (zuletzt 2015). Er ist oder war aktiv für die Pennälerverbindung „Theodor Körner“ [6]. 2008 war Zschocke noch Fraktionsgeschäftsführer der Republikaner im Stadtrat von Chemnitz. Mittlerweile ist er Sprecher für Pro Chemnitz. [7]

Zu den Autor*innen gehören zum Beispiel die rechtsextreme Publizistin und Initiatorin der rassistischen Erklärung 2018 Vera Lengsfeld, der Buchautor im rechtsextremen Antaios-Verlag und Mitherausgeber der Zeitschrift Unsere Agenda von der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF), die auch die Bibliothek des Konservatismus unterhält, Till Kinzel, Bettina Gruber (Unterzeichnerin der Charta 2017, Unterzeichnerin der Erklärung 2018), der extrem rechte Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands Josef Kraus, der persönlich haftende Gesellschafter der rechtsextremen Manuscriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof, Harald Seuber , Boris Blaha oder Siegmar Faust

Verabscheuungswürdig sind auch die die veröffentlichten Beiträge, wie z.B. diese: „Die Diktatur der braven Menschen“ verfasst von Angela Wierig, der Nebenklägerin im NSU-Prozess oder „Verwandtenehen – Muslimisch Inzucht und Behinderung“ von Astrid Nestvogel oder „Die Rache der Ausgetauschten“ von Adorján Kovács. [8]

Adorján Kovács, Unterzeichner der Charta 2017, Unterzeichner der Erklärung 2018, Blogger für die AfD-nahe Freie Welt, der u.a. auch für die antifeministische Onlineplattform cuncti schrieb, zeichnet in oben genanntem Text ein Bild von einem überbevölkerten Deutschland, das in dreißig Jahren wahrscheinlich ein muslimisch dominiertes Land sein wird. Er geht dabei so weit zu fordern, dass muslimische Masseneinwanderung nach Europa, aber insbesondere nach Deutschland, radikal zu unterbinden sei. [9]

Dieser Text von Kovács ist allerdings kein Einzelfall, denn jeder Ausgabe und in jedem Artikel steckt Rassismus, Antifeminismus bzw. gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, dass es kaum auszuhalten ist. Um diese nicht unnötigerweise hier zu reproduzieren, wird auf weitere Zitate und Beispiele verzichtet.

Zur Einordnung des Magazins und des Fördervereins ist dies jedoch nicht mehr erforderlich.

Quellenangaben:

[1] https://tumult-magazine.net/foerderverein/, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[2] Entnommen der doc-Datei, die unter https://tumult-magazine.net/foerderverein/ zur Verfügung gestellt wird.

[3] https://static1.squarespace.com/static/530b8d53e4b091b1a79671f2/t/5a16ed764192021369982229/1511452023135/TUMULT+Bericht+MVOktober2017.pdf, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[4] https://tumult-magazine.net/foerderverein/, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[5] https://benjaminjahnzschocke.de/impressum/, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[6] http://rechte-jugendbuende.de/?p=1172, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[7] https://www.derwesten.de/politik/die-bewegung-hinter-den-demos-das-ist-pro-chemnitz-id215205163.html, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[8] https://static1.squarespace.com/static/530b8d53e4b091b1a79671f2/t/5b1509c36d2a735db8b70b46/1528105411768/TUMULT_KOVACS_Sommer2018.pdf, zuletzt abgerufen am 15.09.2018

[9] a.a.O.

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