thread zum Thema neu erschienene Bücher

Link: https://twitter.com/XtraKramer/status/1083410645272481793

Datum: 10.01.2019

Als Textversion mit Grafik:

1) #thread 2017 wurden in Deutschland ca. 3.000 Buchverlage gezählt, darunter 600 Fach- und Wissenschaftsverlage, sowie eine Vielzahl von Firmen, Institutionen und Autor*innen, die Bücher herausgegeben haben.

2) 82.636 Neuerscheinungen, davon 72.499 Erstauflagen, wurden 2017 verzeichnetmit 24.100 Beschäftigten in dieser Branche und einem Umsatz von 5,16 Mrd. Euro.

3) Wie viele Publikationen von rechten/faschistischen/misogynen … Verlagen/Orgas/Personen herausgegeben wurden bzw. verfasst worden sind, ist nicht bekannt. Selbst bei einem Anteil von “nur“ 10%, wären es immerhin stolze 8.263 Neuerscheinungen gewesen.

4) Mit diesem #thread möchte ich verdeutlichen, dass das geschriebene und gedruckte Wort, das sich zu Sätzen verbindet und zu einem politischen Essay, einer Streitschrift, einem Sachbuch, einem Roman oder einer Novelle … wird, weit mehr ist als nur irgendein Buch, denn

5) jedes Exemplar, das verkauft wird, jeder Satz, jede Lesung, jede Werbung und jeder zur Verfügung stehende Raum tragen dazu bei Gedanken, Bilder, Vorurteile und Ideologien zu transportieren und damit zu festigen.

6) Ein Beispiel ist das Buch des ehemaligen Therapeuten Raymond #Unger (Europa Verlag) mit dem Titel: „Die Wiedergutmacher: Das Nachkriegstrauma und die Flüchtlingsdebatte“. Im letzten Jahr war der Autor nämlich nicht nur auf der Frankfurter Buchmesse zu Gast.

7) Im Rahmen von zahlreichen Lesungen hatte er bereits ausreichend Gelegenheit die Täter-Opfer-Umkehr, das „transgenerationale Traumata“ oder den „transgenerationalen Schuld- und Sühnekomplex“ vorzustellen…. .

Raymond Unger lebt als Autor und bildender Künstler in Berlin. In seinem jüngsten Buch: Die Wiedergutmacher – Das Nachkriegstrauma und die Flüchtlingsdebatte“ widmet sich der Autor erneut den Auswirkungen transgenerationaler Traumata. Im Mittelpunkt stehen die Babybommer-Eliten, die aufgrund transgenerationaler Schuld-und-Sühne-Komplexe zu einer Übersteuerung in der sog. „Willkommenskultur“ neigen.Zitat: "Raymond Unger lebt als Autor und bildender Künstler in Berlin. In seinem jüngsten Buch: "Die Wiedergutmacher - Das Nachkriegstrauma und die Flüchtlingsdebatte" widmet sich der Autor erneut den Auswirkungen transgenerationaler Traumata. Im Mittelpunkt stehen die Babyboomer-Eliten, die aufgrund transgenerationaler Schuld-und-Sühne-Komplexe zu einer Übersteuerung in der sog. "Willkommenskultur" neigen. "

„Kriegsenkel haben keine Grenzen. In der Psychopathologie stellen viele von ihnen die Gruppe der sogenannten „Co-Abhängigen“, oder sie leiden unter dem „Helfersyndrom“. Keine Grenzen zu haben lässt sich buchstäblich und damit geografisch verstehen. Man kann darauf wetten: Es sind fast immer Kriegsenkel-Politiker, die sich schlichtweg gar nicht vorstellen können, dass es eine Notwendigkeit und ein Recht darauf gibt, das eigene Territorium zu schützen. Vielmehr löst es einen Sturm der moralischen Entrüstung aus, wenn jene, die gelernt haben, persönliche Grenzen zu ziehen, dasselbe auch im großen Maßstab fordern.
Raymond Unger“

Ein längeres Zitat zum Buch von Raymond Unger.

8) Mit diesem abstoßenden Verständnis von Humanität, von Güte, von Anstand und Moral ging er dann auf Tournee, darunter waren Lesungen in der Nicolaischen Buchhandlung in Berlin oder in der Bibliothek des Konservatismus (BdK).

9) Auf Youtube steht sein 55-minütiger Vortrag mittlerweile der Allgemeinheit zur Verfügung mit über 4.400 Aufrufen.

24) Vielleicht wurde dieses Buch mit guten Absichten verfasst, allerdings hat der Autor übersehen, dass auch hierzulande und insbesondere bei „frommen Christenleutchen“ patriarchale Machtstrukturen existieren und nicht nur in muslimischen Gemeinden.

25) Dasselbe Problem zeigt sich auch bei der Petition für ein Verbot des Kinderkopftuches „Den Kopf freihaben!“ von Terre des Femmes (TdF), dessen Unterstützer*innenkreis, zu dem auch Abdel-Hakim Ourghi gehört, mittlerweile die Bezeichnung Querfront verdient hat.

26) Auch hier wird vergessen oder ignoriert, dass patriarchale Machtstrukturen sich nicht nur durch ein Kopftuch äußern, sondern auch durch subtile Formen von Bekleidungs“kritik“, die bis zum Bestrafungsshirt in deutschen Schulen reichen.

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