Kategorie: Organisationen

Organisationen

Verein für Sprachpflege/Deutsche Sprachwelt

1. Einleitende Anmerkungen

2. Zu den Aktionen der Deutschen Sprachwelt und wer dahintersteckt

3. Quellenangaben

*****

1. Einleitende Anmerkungen

Der Verein für Sprachpflege (VfS) e.V. bezeichnet sich selbst als „Zusammenschluss von Vertretern verschiedener [Sprach-]Vereine mit dem Ziel, gemeinsam erarbeitete Publikationen zu ermöglichen[1] und ist Herausgeber der Zeitschrift Deutsche Sprachwelt (DSW) sowie Betreiber einer gleichnamigen Webseite. [2]

Treibende Kraft von Verein und Zeitschrift ist der rechtsextreme Historiker und Burschenschaftler Thomas Paulwitz mit seinen vielfältigen Verbindungen.

Schon 2013 stellte Siegfried Jäger vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung fest: „Manchmal plagiiert die „Sprachwelt“ ein bisschen: „Deutschland schafft seine Sprache ab“. Thilo Sarazzin lässt grüßen. Der fürchtete bereits, dass sich ganz Deutschland selbst abschaffe. Da ist die „Deutsche Sprachwelt“, so scheint es, auf etwas weniger fixiert: „Das wichtigste nationale Kulturprojekt: die Sprache“. Dieser Schein trügt: Die Sprachwelt und Paulwitz sind auf etwas anderes aus: die rechte Nation.“ [3]

Anmerkungen: Um weder rassistische noch antiziganistische Begriffe zu reproduzieren, wurde der nachfolgende Screenshot bearbeitet, das Z-Wort und das N-Wort wurden entfernt. [4]

Screenshot eines Textauszuges veröffentlicht im DISS-Journal 26 (2013)

Darum wundert es nicht, dass z.B. die Webseite Aktive Patrioten in der Deutschen Sprachwelt eine neue Stimme der Sprachgemeinschaft sehen und der Sprachzeitung Spitzennoten ausgestellt werden [5] und sich auch andere rechte/rechtsextreme Blogs/Zeitschriften mit der Deutschen Sprachwelt näher befassten, so der Leser*innenschaft näher bringen oder brachten, wie z.B. die Junge Freiheit, Eigentümlich frei … .

In den sozialen Medien ist die Deutsche Sprachwelt, mit 15 Tsd. Follower*innen bei twitter zum Beispiel vertreten, wo sie ihre Texte gegen gegenderte Sprache, gegen Denglisch, für Deutsch ins Grundgesetz, wo sie z.B. Rassismus und Antifeminismus weiterverbreiten können.

Auch die Aktion Sprachwahrer, die nachfolgend noch ausführlicher dargestellt wird, wird weiterverbreitet und unreflektiert vorgestellt und das nicht nur von rechten Medien, sondern auch durch den Stern, die Autobild, die Esslinger Zeitung, den Tagesspiegel, Focus, die Verkehrsrundschau, nt-v.de, die Bayerische Staatszeitung, die Stuttgarter Nachrichten, die Saarbrücker Zeitung … . In keinem der Artikel wurde erwähnt, wer dahintersteckt mit welcher Intention.

2. Zu den Aktionen der Deutschen Sprachwelt und wer dahintersteckt

  • Rettet die Schreibschrift, [6]

ein Aufruf, ein Appell mit mehr als 17.000 Unterschriften, die am 25. Oktober 2017 vor dem Stuttgarter Landtag an die KMK-Präsidentin Dr. Susanne Eisenmann übergeben wurden.

Initiiert wurde die „Aktion“ von Wolfgang Hildebrandt (Vorsitzender der Aktion Deutsche Sprache), dem rechtsextremen Burschenschaftler Thomas Paulwitz (Chefredakteur der Deutschen Sprachwelt) und Prof. Dr. Uta Seewald-Heeg (Vorsitzende der Neue(n) Fruchtbringenden Gesellschaft zu Köthen e.V., einem kleinen rechten Netzwerk, gegründet von Thomas Paulwitz, der diese Gesellschaft und das Netzwerk tatkräftig unterstützt)

  • Sprachsünder-Ecke,

einer festen Rubrik in jeder gedruckten Ausgabe der Deutschen Sprachwelt, in der Sprachsünder*innen vorgestellt werden. In diesem Jahr wurden vier ausgewählt, zwei für ihren Einsatz für gegenderte Sprache.

[7]

  • Leipziger Buchmesse

Eigenen Angaben zufolge ist die Deutsche Sprachwelt seit 2003 jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse mindestens mit einem Stand vertreten.

  • Jürgen-Moll-Preis

2013 gegründet, wird der Jürgen-Moll-Preis seit 2017 in Kooperation mit Sebastian Moll, der Deutschen Sprachwelt und der Theo-Münch-Stiftung für die Deutsche Sprache im Rahmen einer Veranstaltung auf der Leipziger Buchmesse verliehen. Im letzten Jahr wurde der österreichische Antifeminist Thomas Kubelik zum Preisträger 2017 erklärt, der mit 2.500 „dotiert“ ist.

Thomas Kubelik  ist ein erklärter Gegner gegenderter Sprache. Mit Vehemenz setzt er sich gegen das Binnen_I, den Genderstern und andere Formen des sichtbar Machens von Frauen und transidenten Menschen ein. Auch die antifeministische Frankfurter Erklärung hat Kubelik unterzeichnet. Kubelik schreibt z.B. auch für die antifeministische Onlineplattform cuncti oder Zukunft Europa.
2016 fungierte Kubelik als Referent für das Symposium Demo für Alle, einem Sammelbecken von antifeministischen, LBGTIQ*feindlichen, rechten und rechtsextremen Gruppen und Einzelpersonen.

Screenshot "Jürgen-Moll-Preis" auf dem Foto sind zu sehen: Thomas Paulwitz, Sebastian Moll, Josef Kraus, Tomas Kubelik.

[8]

Auf dem Foto von der Leipziger Buchmesse 2017 sitzen der Preisträger Kubelik, der rechtsextreme Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), dessen neueste Buch im Manuscriptum-Verlag erschienen ist, Josef Kraus, auch Autor für die Deutsche Sprachwelt. [9] Daneben Sebastian Moll (Jürgen-Moll-Stiftung) sowie Thomas Paulwitz.

Das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels und damit die Veranstalterin der Buchmesse veröffentlichte unreflektiert, ebenso uninformiert und ignorant einen Artikel mit der Überschrift „„Preis für genug gegendert“ – Tomas Kubelik ausgezeichnet“. Womit ein antifeministischer Lehrer so mir nichts dir nichts als „Sprachkritiker“ verharmlost wurde.

Tomas Kubelik ausgezeichnet. "Der Sprachkritiker und Gymnasiallehrer Tomas Kubelik erhält den mit 2.500 Euro dotierten Jürgen-Moll-Preis vür verständliche Wissenschaft..... ". (Screenshot)

[10]

Einige Informationen zur Person von Thomas Paulwitz:

Der Burschenschaftler [11] Th. Paulwitz ist Schriftleiter und Chefredakteur der Deutsche(n) Sprachwelt vom Verein für Sprachpflege e.V, seit 2015 Vorstandsvorsitzender der Theo-Münch-Stiftung (TMS) für die Deutsche Sprache und von 2009 bis 2015 war er Ordensrat für Sprachpflege im Pegnesischen Blumenorden. [12] Aktuell ist Paulwitz ebenfalls Sprecher der AG Straße der deutschen Sprache.

Wegen vereinsschädigenden Verhaltens wurde Paulwitz aus dem rechten Verein Deutsche Sprache (VDS) ausgeschlossen. „Einige Regionalgruppen und Mitglieder des VDS gingen allerdings nicht, wie vom Vorstand gewünscht, auf Distanz zu Paulwitz; auch kam es zu Doppelmitgliedschaften in den Sprachgesellschaften.“ [13] Wann dieser Ausschluss erfolgte, konnte nicht ermittelt werden.

Darüberhinaus war/ist Paulwitz Autor für die „neu“rechte“ Wochenzeitung Junge Freiheit, für den AfD-nahen Blog Freie Welt, für das Ostpreußenblatt [14], das Preußeninstitut, für die Akademischen Blätter, das Deutschland-Journal der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (SWG). Er war auch Autor von Artikeln in Sammelbänden herausgegeben vom Akademischen Verein Kyffhäuser (VVDSt-KV) oder Verband der Vereine Deutscher Studenten (VVDSt). [15]

2006 wurde ihm für seine rechte Publizistik der Gerhard-Löwenthal-Preis von der Förderstiftung konservative Bildung und Forschung (FKBF) in Kooperation mit der Junge(n) Freiheit verliehen.

Ob als Referent für den Verband der Vereine der deutschen Studenten (VVDST), für GENIUS Gesellschaft für freiheitliches Denken, einem extrem rechten Vereins mit Sitz in Wien, für die rechtsextreme Gesellschaft für freie Publizistik (GfP), die vom VS beobachtet und im jährlichen VS-Bericht aufgeführt ist, oder für das Netzwerk Deutsche Sprache… Thomas Paulwitz war/ist im rechtsextremen Spektrum bestens vernetzt.

  • Straße der deutschen Sprache

die Straße der deutschen Sprache, einer Webseite mit Informationen über touristische Routen „entlang sprachgeschichtlich bedeutsamer Orte“, die durch Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Nordbayern führt, [16] mit insgesamt 25 teilnehmenden Kommunen. [17]
Literatur als Reiseerlebnis“, schrieb Tourismus Nürnberg am 31.11.2018. Bereits 2011 berichtete n-tv über die Straße der deutschen Sprache, deren Route mittlerweile 25 Städte verbinde,[18] doch nirgendwo stand ein kritischer Hinweis über Thomas Paulwitz.

  • Deutsch ins Grundgesetz [19],

eine Petition an den Deutschen Bundestag, die im September 2018 gestartet wurde und von Josef Kraus, Andrew Onuegbu, Prof. Dr. Uta Seewald-Heeg (Vorstandsvorsitzende der Neue(n) Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen e.V.) und Prof. Dr. rer. Pol. Andreas Troge (Präsident des des Umweltbundesamtes a.D.) unterstützt wird. [20]

[21]

  • Sprachwahrer des Jahres

Seit 2004 kührt die Leser*innenschaft der Deutschen Sprachwelt (DSW) alljährlich d. Sprachwahrer*in des Jahres, „… um einen in ihren Augen vorbildlichen Einsatz für die deutsche Sprache zu würdigen“. [22]
Als „Sprachbewahrer“ wurden u.a. bisher „gewählt“: der rechtsextreme Manuscriptum Verlag (2008), der Rassist Peter Hahne (2010), der nach wie vor auf der Verwendung des N-Wortes und des Z-Schnitzels besteht, Heike Diefenbach und Michael Klein (Betreiber des antifeministischen rechten Blogs Science Files) (2014), Henryk M. Broder (Autor für die rassistische, islamfeindliche Achse des Guten, Erstunterzeichner der Erklärung 2018 …) und Hamed Abdel-Samad (Autor für die Achse des Guten, geladener Gast bei der Jungen Alternative der AfD [23]…) (2016).

Gute Aussichten auf den diesjährigen Preis als „Sprachwahrer 2018“ hat der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit der Begründung: „Kurz überzeuge durch seine Beredsamkeit. Er verstehe es, mit wohlgesetzten Worten auch schwierige politische Zusammenhänge verständlich darzustellen. Deswegen sei die Schmähung als „Schweigekanzler“ ungerechtfertigt und irreführend. Zudem sorge Kurz dafür, dass die Höhe der Sozialleistungen an Asylberechtigte von deren Anstrengungen abhängt, Deutsch zu lernen. Ebenfalls benannt ist Österreichs Bundesministerium für Landesverteidigung, das nun auf das „Binnen-I“ verzichtet.“ [24]

  • ein Portal für Sprachpflege (sprachpflege.info)

das anlässlich des Tages der deutschen Sprache an den Start ging.

Die Politische Einschätzung des Vereins für Sprachpflege und der Deutsche(n) Sprachwelt lässt sich in nur einem Satz zusammenfassen: Die Sprachwelt und Paulwitz sind auf etwas anderes aus: die rechte Nation.“ [25]

3. Quellenangaben:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Verein_f%C3%BCr_Sprachpflege, zuletzt abgerufen am 30.12.2018. Das Zitat stammt von: http://deutschesprachwelt.de/berichte/dsw/presse-gfds.shtml#VfS, einer Seite, die mittlerweile nicht mehr gefunden werden kann.

[2] https://deutsche-sprachwelt.de/impressum/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[3] https://www.diss-duisburg.de/2013/11/mogelpackung-deutsche-sprachwelt/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[4] https://www.diss-duisburg.de/2013/11/mogelpackung-deutsche-sprachwelt/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[5] http://www.aktive-patrioten.de/rechtsdruck/zeitungen/deutsche-sprachwelt/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[6] https://deutsche-sprachwelt.de/aktionen/rettet-die-schreibschrift/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[7] https://deutsche-sprachwelt.de/aktionen/sprachsuender-ecke/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[8] https://deutsche-sprachwelt.de/aktionen/juergen-moll-preis/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[9] https://deutsche-sprachwelt.de/druckausgaben/druckausgaben-2018-71-bis-74/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018; im Frühling 2018 mit den Texten: „Neues Duden-Machwerk „Richtig gendern“, „Ungarische Studentin wird „Auslandsdeutsche des Jahres 2017““, „Die kleine Sprachwelt“ (Kinderseite), Sprachwitz gewinnt: Die Sprachwahrer des Jahres 2017“, „Sprachsünder-Ecke: Berliner Innensenator Andreas Geisel“.

[10] https://www.boersenblatt.net/artikel-juergen-moll-preis_fuer____genug_gegendert___.1295325.html, zuletzt abgerufen am 31.12.2018

[11] https://www.stura.tu-dresden.de/webfm_send/2656, zuletzt abgerufen am 29.12.2018 In dieser Informationsschrift wird Thomas Paulwitz als Bundesbruder (S. 48) bezeichnet.

[12] https://www.blumenorden.de/index.php/Stammliste, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[13] https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Paulwitz, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[14] http://archiv.preussische-allgemeine.de/1998/1998_04_18_16.pdf, zuletzt abgerufen am 29.12.2018. Ausgabe 18. April 1998, Folge 16, S. 6

[15] http://www.thomas-paulwitz.de/31,0,veroeffentlichungen,index,0.html, zuletzt abgerufen am 09.01.2018

[16] https://www.strasse-der-deutschen-sprache.de/strassederdeutschensprache/de, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[17] https://www.strasse-der-deutschen-sprache.de/strassederdeutschensprache/de/Stationen, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[18] https://www.n-tv.de/reise/Route-verbindet-25-Staedte-article2978831.html, zuletzt abgerufen am 28.11.2018

[19] https://www.deutsch-ins-grundgesetz.de, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[20] https://www.deutsch-ins-grundgesetz.de/unterstuetzer.html, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[21] https://deutsche-sprachwelt.de/aktionen/deutsch-ins-grundgesetz/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[22] https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Sprachwelt#Sprachwahrer_des_Jahres, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[23] https://markus-mohr.info/hamed-abdel-samad-vortrag-bei-der-jungen-alternative-ein-gespraech-mit-veranstalter-yannick-noe/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[24] https://deutsche-sprachwelt.de/2018/12/wird-sebastian-kurz-sprachwahrer-des-jahres/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

[25] https://www.diss-duisburg.de/2013/11/mogelpackung-deutsche-sprachwelt/, zuletzt abgerufen am 30.12.2018

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Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen

Einleitende Anmerkungen

Die Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e.V. als Vereinigung zur Pflege der deutschen Sprache wurde im Januar 2007 von Thomas Paulwitz gegründet. Vereinssitz ist das Fürst-Ludwig-Haus der deutschen Sprache zu Köthen im Prinzesinnenhaus, das auch eine Bibliothek mit Literatur zur Sprachpflege beherbergt.[1]

Laut Selbstdarstellung hat sich diese Gesellschaft als Verein zur Aufgabe gemacht: „ (…) die Kräfte der verschiedenen sprachpflegerischen Initiativen zu bündeln, Sprachinteressierte verschiedener Herkunft für die Gesellschaft zu werben und mit Sprachaktionen an die Öffentlichkeit zu treten, um ein Bewußtsein für den Wert der deutschen Sprache und ihrer Ausdrucksfähigkeit zu schaffen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die deutsche Sprache als Amts-, Kultur-, Landes- und Wissenschaftssprache zu erhalten, zu pflegen, zu schützen und weiterzuentwickeln. Die Neue Fruchtbringende Gesellschaft stellt sich die Aufgabe, das Bewußtsein für die Ausdrucksfähigkeit des Deutschen zu schärfen und hier insbesondere bei jungen Menschen anzusetzen. Damit stellt sich die Gesellschaft den Herausforderungen einer modernen Sprachpflege.“ [2]

Das klingt zunächst alles noch recht harmlos, allerdings ist der Gründer und Vorstandsmitglied Thomas (Eckart Robert) Paulwitz bereits einschlägig in Erscheinung getreten und wie zu sehen sein wird, ist er sehr gut vernetzt.

Anmerkungen zur Person von Thomas Paulwitz

Der Burschenschaftler [3] Th. Paulwitz ist Schriftleiter und Chefredakteur der Deutsche(n) Sprachwelt vom Verein für Sprachpflege e.V, seit 2015 Vorstandsvorsitzender der Theo-Münch-Stiftung (TMS) für die Deutsche Sprache und von 2009 bis 2015 war er Ordensrat für Sprachpflege im Pegnesischen Blumenorden. [4] Aktuell ist Paulwitz ebenfalls Sprecher der AG Straße der deutschen Sprache.

Wegen vereinsschädigenden Verhaltens wurde Paulwitz aus dem rechten Verein Deutsche Sprache (VDS) ausgeschlossen. „Einige Regionalgruppen und Mitglieder des VDS gingen allerdings nicht, wie vom Vorstand gewünscht, auf Distanz zu Paulwitz; auch kam es zu Doppelmitgliedschaften in den Sprachgesellschaften.“[5] Wann dieser Ausschluss erfolgte, konnte  nicht ermittelt werden.

Darüberhinaus war/ist Paulwitz Autor für die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit, für den AfD-nahen Blog Freie Welt, für das Ostpreußenblatt [6], das Preußeninstitut, für die Akademischen Blätter, das Deutschland-Journal der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (SWG). Er war auch Autor von Artikeln in Sammelbänden herausgegeben vom Akademischen Verein Kyffhäuser (VVDSt-KV) oder Verband der Vereine Deutscher Studenten (VVDSt).[7]

2006 wurde ihm für seine rechte Publizistik der Gerhard-Löwenthal-Preis von der Förderstiftung konservative Bildung und Forschung (FKBF) in Kooperation mit der Junge(n) Freiheit verliehen.

Ob als Referent für den Verband der Vereine der deutschen Studenten (VVDST), für GENIUS Gesellschaft für freiheitliches Denken, einem extrem rechten Vereins mit Sitz in Wien, für die rechtsextreme Gesellschaft für freie Publizistik (GfP), die vom VS beobachtet und im jährlichen VS-Bericht aufgeführt ist, oder für das Netzwerk Deutsche Sprache… Thomas Paulwitz war/ist im rechtsextremen Spektrum bestens vernetzt.

Zusammenarbeit, Vernetzungen, Kooperationen…

Ebenfalls gut vernetzt ist die Neue Fruchtbringende Gesellschaft mit dem Pegnesischen Blumenorden, der an der Wiedergründung der neuen fruchtbringenden Gesellschaft beteiligt gewesen ist.

Als Vereinsmitglieder der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft werden die Aktion Deutsche Sprache e.V. (ADS), der Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz e.V. (SRK) und der Verein für Sprachpflege e.V. angegeben. [8]

Gemeinsam mit der Theo-Münch-Stiftung für die deutsche Sprache ruft die Neue Fruchtbringende Gesellschaft seit 2007 bundesweit Schüler*innen der Klasse, 3 bis 13 dazu auf sich am Schreibwettbewerb „Schöne deutsche Sprache“ zu beteiligen. [9] Öffentlich ausgeschrieben wird der Wettbewerb u.a. im Deutschen Schulportal [10], im Bildungsserver Berlin-Brandenburg [11], auf der Webseite des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Ba-Wü [12], Schule aktuell, einem Nachrichtenblatt des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein [13] oder dem Bildungsserver Sachsen-Anhalt [14], um hier nur einige Beispiele zu nennen.

Der Schreibwettbewerb 2019 zum Thema „Märchenhaft! Sagenhaft! Fabelhaft!“ steht sogar unter der Schirmherrschaft des Bildungsministers des Landes Sachsen-Anhalt Marco Tullner (CDU).

Anmerkung: Im Zeitraum 2011 bis mind. 2014 soll der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Kultusministers Stephan Dorgerloh von der SPD durchgeführt worden sein. [15]

Diese Breitenwirkung auch in die Schulen hinein macht einen Verein wie die Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen e.V. und die Theo-Münch-Stiftung so gefährlich, denn ein rechtsextremer Historiker steckt dahinter.

Zu den weiteren Aktivitäten der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft gehören

  • der Lutherkoffer
    im Rahmen der Kooperation mit dem Landesinstitut für Schulqualität Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA), der Staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“ und der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft wurden Unterrichtsmaterialien zusammengestellt, [16]
  • die Eichendorff-Ehrungen
    unter dem Dach der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft organisieren sog. Eichendorff Freunde Veranstaltungen,
  • die Straße der deutschen Sprache, einer Webseite mit Informationen über touristische Routen „entlang sprachgeschichtlich bedeutsamer Orte“, die durch Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Nordbayern führt,[17] mit insgesamt 25 teilnehmenden Kommunen.[18]
    Literatur als Reiseerlebnis“, schrieb Tourismus Nürnberg am 31.11.2018. Bereits 2011 berichtete n-tv über die Straße der deutschen Sprache, deren Route mittlerweile 25 Städte verbinde, [19] doch nirgendwo stand ein kritischer Hinweis über Thomas Paulwitz.
  • die Datenbank für gutes Deutsch,
    die zu woerterfinden.de führt, der eigenen Angaben zufolge in seinen Grundzügen mit dem Initiativkreis „Gute sprachliche Praxis“ im Umweltbundesamt erstellt wurde mit Christoph Mordziol aus Dessau-Roßlau, dem verantwortlichen für Datenauswahl, -aufbereitung und -eingabe.[20] Wer käme hier schon auf die Idee, dass Thomas Paulwitz dahintersteckt.
    und
  • die Kulturinitiative Köthen 17_23, eine entstandene Initiative, die von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird [21] [22]. Zuletzt veranstaltete diese Kulturinitiative ein musikalisches „Willkommenskonzert“ im Rahmen von „Tach, Herr Bach“ in Köthen [23] oder das historische Kinder- und Theaterfest in Köthen, beworben im Amtsblatt der Stadt Köthen (Anhalt) auf Seite 1. [24]
    Auch hier wieder kein Wort, wer dahintersteckt und welche Intentionen, stattdessen der Verweis auf ein unterhaltsames Bühnenprogramm mit leckerem Essen von der Hofstube Leopold zubereitet. [25]

Für Ergänzungen vorgesehen …

Quellenangaben:

[1] http://www.fruchtbringende-gesellschaft.de/fuerst_ludwig_haus.html, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[2] http://www.fruchtbringende-gesellschaft.de/ueberuns.html, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[3] https://www.stura.tu-dresden.de/webfm_send/2656, zuletzt abgerufen am 29.12.2018 In dieser Informationsschrift wird Thomas Paulwitz als Bundesbrunder (S. 48) bezeichnet.

[4] https://www.blumenorden.de/index.php/Stammliste, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Paulwitz, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[6] http://archiv.preussische-allgemeine.de/1998/1998_04_18_16.pdf, zuletzt abgerufen am 29.12.2018. Ausgabe 18. April 1998, Folge 16, S. 6

[7] http://www.thomas-paulwitz.de/31,0,veroeffentlichungen,index,0.html, zuletzt abgerufen am 09.01.2018

[8] http://www.fruchtbringende-gesellschaft.de/aktivitaeten.html, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[9] https://www.luther2017.de/de/neuigkeiten/schuelerliteraturwettbewerb-ausgezeichnete-traum-geschichten/, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[10] https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/schulwettbewerbe-wo-schulen-gewinnen-koennen/, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[11] https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/fachbriefe_berlin/deutsch/fachbrief_deutsch_21.pdf, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[12] https://www.km-bw.de/Wettbewerbe, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[13] https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/S/schulverwaltung/Downloads/schule_aktuell/Februar_2018.pdf?__blob=publicationFile&v=2, zuletzt abgerufen am 29.12.2018, zu finden auf S. 4

[14] https://www.bildung-lsa.de/schule/wettbewerbe_/weitere_wettbewerbe.html, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[15] https://www.luther2017.de/de/neuigkeiten/schuelerliteraturwettbewerb-ausgezeichnete-traum-geschichten/, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[16] http://www.fruchtbringende-gesellschaft.de/aktivitaeten.html, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[17] https://www.strasse-der-deutschen-sprache.de/strassederdeutschensprache/de, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[18] https://www.strasse-der-deutschen-sprache.de/strassederdeutschensprache/de/Stationen, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[19] https://www.n-tv.de/reise/Route-verbindet-25-Staedte-article2978831.html, zuletzt abgerufen am 28.11.2018

[20] http://www.woerterfinden.de/, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[21] http://www.fruchtbringende-gesellschaft.de/aktivitaeten.html, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[22] https://www.koethen-anhalt.de/de/datei/anzeigen/id/18478,1233,1/amtsblatt_2018_05.pdf, zuletzt abgerufen am 28.12.2018

[23] https://www.ophelias-pr.com/newsdetails/willkommenskonzert-im-rahmen-von-tach-herr-bach-in-koethen-16-dezember-2018.html, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[24] https://www.koethen-anhalt.de/de/datei/anzeigen/id/18478,1233,1/amtsblatt_2018_05.pdf, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

[25] https://www.koethen-anhalt.de/de/datei/anzeigen/id/18478,1233,1/amtsblatt_2018_05.pdf, zuletzt abgerufen am 29.12.2018

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TUMULT

Der Förderverein der Freunde der Vierteljahresschrift TUMULT und Herausgeber des gleichnamigen Magazins wurde eigenen Angaben zufolge am 15.08.2014 gegründet. [1] Aufgabe des Vereins, der als gemeinnützig anerkannt worden und damit steuerrechtlich begünstigt ist, sollen „Erkenntniszwecke“ sein.

Weiter im Original:

„Anregung von Kultur-, Sozial- und Naturwissenschaftlern sowie Schriftstellern und Künstlern und allen interessierten Bürgern zur Erforschung und Darstellung der aktuellen Entwicklung,
Durchführung von Veranstaltungen, Lesungen und Diskussionen im Interesse einer Vertiefung der zeitgeschichtlichen Auseinandersetzung,
die Gestaltung, Herausgabe und Verbreitung der Vierteljahresschrift TUMULT
und die Förderung unbekannter Autoren.“
[2]

Die Vierteljahresschrift für Konsensstörung TUMULT, die bereits 2013 entstand, versteht sich als politisches Organ bzw. als ein „Widerstandsblatt“ und in dieser Eigenschaft plädiert sie „… selbstverständlich dafür, die Masseneinwanderung aus Asien und Afrika, ob kontrolliert oder nicht, zu unterbinden und daran zu erinnern, was sie zerstört und bewirkt.“ [3]

TUMULT ist aber mehr als „nur“ rassistisch durch und durch bis ins Mark, sondern kann auch ohne Übertreibung als rechtsextremes Magazin bezeichnet werden.

So sind ein großer Teil der Vorstandsmitglieder und Autor*innen im rechten/rechtsextremen Spektrum tief verankert und sehr gut vernetzt. Manche von ihnen haben darüberhinaus eine langjährige dementsprechende politische Vita. Wie nachfolgend veranschaulicht werden soll.

So z.B.

Frank Böckelmann als Vorstandsvorsitzender des Vereins und Autor [4]
Erstunterzeichner der rassistischen Erklärung 2018, Autor für das rechtsextreme Magazin SezessionUnterzeichner des Appells für die Pressefreiheit (2006) initiiert von der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit, Autor für Compact, Referent für die Bibliothek des Konservatismus….

Ulrich Schacht als stellvertr. Vorsitzender

Benjamin Jahn Zschocke als Schatzmeister
Auch er verfügt eine langjährige rechtsextreme politische Vita. Als Mitbegründer der Blauen Narzisse [5] verfasste er als Autor auch Beiträge für das rechtsextreme Magazin (zuletzt 2016) und ebenso für die Sezession (zuletzt 2015). Er ist oder war aktiv für die Pennälerverbindung „Theodor Körner“ [6]. 2008 war Zschocke noch Fraktionsgeschäftsführer der Republikaner im Stadtrat von Chemnitz. Mittlerweile ist er Sprecher für Pro Chemnitz. [7]

Zu den Autor*innen gehören zum Beispiel die rechtsextreme Publizistin und Initiatorin der rassistischen Erklärung 2018 Vera Lengsfeld, der Buchautor im rechtsextremen Antaios-Verlag und Mitherausgeber der Zeitschrift Unsere Agenda von der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF), die auch die Bibliothek des Konservatismus unterhält, Till Kinzel, Bettina Gruber (Unterzeichnerin der Charta 2017, Unterzeichnerin der Erklärung 2018), der extrem rechte Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands Josef Kraus, der persönlich haftende Gesellschafter der rechtsextremen Manuscriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof, Harald Seuber , Boris Blaha oder Siegmar Faust

Verabscheuungswürdig sind auch die die veröffentlichten Beiträge, wie z.B. diese: „Die Diktatur der braven Menschen“ verfasst von Angela Wierig, der Nebenklägerin im NSU-Prozess oder „Verwandtenehen – Muslimisch Inzucht und Behinderung“ von Astrid Nestvogel oder „Die Rache der Ausgetauschten“ von Adorján Kovács. [8]

Adorján Kovács, Unterzeichner der Charta 2017, Unterzeichner der Erklärung 2018, Blogger für die AfD-nahe Freie Welt, der u.a. auch für die antifeministische Onlineplattform cuncti schrieb, zeichnet in oben genanntem Text ein Bild von einem überbevölkerten Deutschland, das in dreißig Jahren wahrscheinlich ein muslimisch dominiertes Land sein wird. Er geht dabei so weit zu fordern, dass muslimische Masseneinwanderung nach Europa, aber insbesondere nach Deutschland, radikal zu unterbinden sei. [9]

Dieser Text von Kovács ist allerdings kein Einzelfall, denn jeder Ausgabe und in jedem Artikel steckt Rassismus, Antifeminismus bzw. gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, dass es kaum auszuhalten ist. Um diese nicht unnötigerweise hier zu reproduzieren, wird auf weitere Zitate und Beispiele verzichtet.

Zur Einordnung des Magazins und des Fördervereins ist dies jedoch nicht mehr erforderlich.

Quellenangaben:

[1] https://tumult-magazine.net/foerderverein/, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[2] Entnommen der doc-Datei, die unter https://tumult-magazine.net/foerderverein/ zur Verfügung gestellt wird.

[3] https://static1.squarespace.com/static/530b8d53e4b091b1a79671f2/t/5a16ed764192021369982229/1511452023135/TUMULT+Bericht+MVOktober2017.pdf, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[4] https://tumult-magazine.net/foerderverein/, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[5] https://benjaminjahnzschocke.de/impressum/, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[6] http://rechte-jugendbuende.de/?p=1172, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[7] https://www.derwesten.de/politik/die-bewegung-hinter-den-demos-das-ist-pro-chemnitz-id215205163.html, zuletzt abgerufen am 12.09.2018

[8] https://static1.squarespace.com/static/530b8d53e4b091b1a79671f2/t/5b1509c36d2a735db8b70b46/1528105411768/TUMULT_KOVACS_Sommer2018.pdf, zuletzt abgerufen am 15.09.2018

[9] a.a.O.

Lepanto Verlag

  1. Einleitende Anmerkungen
  2. Autoren des Verlages
  3. Abschließende Anmerkungen
  4. Quellenangaben

**********

1. Einleitende Anmerkungen

Der Lepanto Verlag versteht sich als ein katholischer Verlag für Theologie und Philosophie. Der Name des Verlages soll dabei an die am 7. Oktober 1571 im Ionischen Meer stattgefundene Seeschlacht von Lepanto erinnern.

Die Selbstdarbstellung überlassen wir dem Verlag selbst, denn sie ist sowohl  Ausrichtung als auch Verlagsprogramm.

[1]

1571 war das Jahr in dem der Bruder König Philipps des Zweiten von Spanien in einem Bündnis mit Venedig und dem Papst einen historischen Sieg über die türkische Flotte errang.[2] Es obsiegten also europäische Christen über muslimische Türken oder in Pegidasprache ausgedrückt, patriotische Europäer errangen den Sieg und schützten Europa vor der Islamisierung. [3]

Für Rechte und Rechtsextreme ist darum der 7. Oktober 1571 ein „vergessener Gedenktag“ [4] an den sie nur allzu gerne erinnern. Wie z.B. Konrad Adam(AfD) [5] in einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung oder Felix Hartlaub in seinem Buch „Don Juan d’Austria und die Schlacht bei Lepanto“ von 1940, das 2017 in neuer Auflage ausführlich im Rahmen einer Rezension vom rechtsextremen Magazin Sezession erörtert wurde. [6] Verantwortliche Rezensentin war Caroline Sommerfeld von der Identitären Bewegung (IB).

So sind wir letzten Endes angelangt bei einer zentralen und konsensbildenden Parole europäischer extremer Rechter und Neofaschist*innen, darunter auch der IB, [7] nämlich „Defend Europe“, also die Verteidigung Europas. Und so wundert es nicht, dass ausgewählte Bücher des Lepanto Verlages auch von Phalanx Europa vertrieben werden. [8] Phalanx Europa wird von Martin Sellner und Patrick Lenart betrieben. Beide sind führende Mitglieder der Identitären Bewegung (B).

Bei Phalanx Europa befindet sich der Lepanto Verlag in durchaus passender Gesellschaft, wie nachfolgender Screenshot des Bücherangebots beweist.

[9]

2. Autoren des Verlages

Unter der Registerkarte Autoren auf der Webseite des Verlages werden neun Autoren, allesamt männlich, aufgeführt.

Einschlägig ist davon bereits bekannt Frank Lisson. In der Vergangenheit hielt er Vorträge für das Insitut für Staatspolitik (IfS, zuletzt 2017), verfasste Artikel für das rechtsextreme Magazin Sezession, für die rechts-libertäre Monatsschrift Eigentümlich freiund hielt im Rahmen der Bielefelder Ideenwerkstatt einen Vortrag für die rechtsextreme und schlagende Burschenschaft Normannia-Nibelungen. Für die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit (JF) publizierte Lisson bereits, als diese noch vom Verfassungsschutz beobachtet und im jährlichen Verfassungsschutzbericht als rechtsextrem bezeichnet wurde.
Für die Alternative für Deutschland (AfD) war Lisson bis 2017 stellvertretender Sachverständiger der Enquete-Komission Rassismus für den Thüringer Landtag.

Ebenfalls in Erscheinung getreten ist der Verlagsautor Till Kinzel. Zuletzt war er Erstunterzeichner der rassistischen Erklärung 2018, gehört zum Autor*innenkreis von TUMULT und verfasste bereits Beiträge für die rechtsextreme Sezession.
Nicht nur Frank Lisson, sondern auch Till Kinzel sind oder waren sehr eng mit der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit (JF) verbunden. Beide waren im internen Adressverzeichnis der JF 2010 unter Angabe sämtlicher Kontaktdaten zu finden.
Till Kinzel ist darüberhinaus auch Buchautor in der Edition Antaios, war 2007 Mitherausgeber der Zeitschrift Unsere Agenda von der Förderstiftung Konservative Bildung und Kultur (FKBF), zu der mittlerweile auch die Bibliothek des Konservatismus (BdK), für die er 2015 als Referent fungierte.

Josef Bordat, Buchautor für den Lepanto Verlag, ist Blogger der AfD-nahen Freie Welt, die zum Netzwerk von Sven und Beatrix von Storch gehört. Als Autor schreibt er außerdem für die Bürgerinitiative Faire Medien, die zum Verein Durchblick e.V. gehört. Der katholische Verein Durchblick ist den radikalen Abtreibungsgegner*innen zuzuordnen. Als Online-Redakteur arbeitet Bordat für die katholische Zeitung „Die Tagespost“.[10]

Sein aktuelles Buch: „Von Ablaßhandel bis Zölibat – Das „Sündenregister“ der Katholischen Kirche“, ebenfalls im Lepanto Verlag erschienen, wird Bordat in diesem Jahr nicht nur der Frankfurter Buchmesse vorstellen dürfen, sondern zusätzlich noch in diversen Berliner Gemeindezentren. [11]

Christoph Fackelmann, u.a. Autor des Buches: „Der gute Ton auf dem Narrenschiff“ (Lepanto Verlag) hat mindestens einen Artikel für Neue Ordnung, herausgegeben vom rechtsextremen Ares-Verlag, verfasst.

3. Abschließende Anmerkungen

Der Lepanto Verlag ist nicht nur Mitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, sondern darüberhinaus auch im Katholischen Medienverband. [12]  Er ist gut vernetzt und eingebunden.

Die Bücher des Lepanto Verlages werden von Phalanx Europe und vom Renovamen-Verlag [13] vertrieben. Einem Verlag, der von Philipp Liehs von der Patriotischen Plattform der AfD betrieben wird. Im aktuellen Prospekt des Antaios Verlages (Inhaber Götz Kubitschek) wird das Buch „Friedrich Nietzsche“ von Frank Lisson (Lepanto Verlag) aufgeführt. Support, Vertriebs- und Transportwege auf dem Weg nach rechtsaußen scheinen damit gesichert.

Wikipedia beschreibt den Verlag mit lediglich vier Sätzen. In diesen wird der Lepanto Verlag als ein katholischer Verlag, der vor allem Bücher zu theologischen und philosophischen Themen veröffentlicht, dargestellt. [14] Die Verharmlosung des extrem rechts-katholischen Verlags ist damit auch erfolgt.

Für einen extrem rechten Verlag, wie den Lepanto Verlag, mit den Schwerpunkten katholischer Theologie und Philosophie, müssen das glückliche Zeiten sein, um weiterhin auch die „… Freiheit des Denkens für Europa…“ bewahren zu können [15] und damit die Narrative europäischer extremer Rechter und Neofaschist*innen als Botschaft zu vertreiben.

Damit befindet sich der Verlag auf einer Ebene mit der neofaschistischen Identitären Bewegung (IB) und sollte auch so bewertet und behandelt werden.

4. Quellenangaben

[1] https://lepanto-verlag.de/uber-uns/, zuletzt abgerufen am 05.09.2018

[2] https://www.tagesspiegel.de/kultur/schlacht-bei-lepanto-von-felix-hartlaub-don-juan-und-die-tuerken/20156994.html, zuletzt abgerufen am 04.09.2018

[3] Bezieht sich auf den Artikel: „Wie Konrad Adam an die Türken-Bezwinger von 1571 erinnerte“: https://www.tagesspiegel.de/politik/afd-wie-konrad-adam-an-die-tuerken-bezwinger-von-1571-erinnert/11184366.html, zuletzt abgerufen am 04.09.2018

[4] http://www.pi-news.net/2013/10/7-oktober-1571-ein-vergessener-gedenktag/, zuletzt abgerufen am 04.09.2018

[5] https://www.tagesspiegel.de/politik/afd-wie-konrad-adam-an-die-tuerken-bezwinger-von-1571-erinnert/11184366.html, zuletzt abgerufen am 04.09.2018

[6] https://sezession.de/58300/ecclesia-militans, zuletzt abgerufen am 04.09.2018

[7] https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/rassismus/defend-europe-316.html, zuletzt abgerufen am 05.09.2018

[8] https://phalanx-europa.com/de/4-bucher, zuletzt abgerufen am 05.09.2018

[9] https://phalanx-europa.com/de/4-bucher, zuletzt abgerufen am 05.09.2018

[10] https://www.erzbistumberlin.de/medien/tag-des-herrn/aktuelle-beitraege/reingelesen/datum/2017/11/30/philosoph-publizist-redakteur/, zuletzt abgerufen am 05.09.2018

[11] https://lepanto-verlag.de/bordat-stellt-sein-buch-vor/, zuletzt abgerufen am 04.09.2018

[12] https://de.wikipedia.org/wiki/Lepanto_Verlag, zuletzt abgerufen am 05.09.2018

[13] https://renovamen-verlag.de/buecher-anderer-verlage/lepanto-verlag/, zuletzt abgerufen am 05.09.2018

[14] https://de.wikipedia.org/wiki/Lepanto_Verlag, zuletzt abgerufen am 05.09.2018

[15] https://lepanto-verlag.de/uber-uns/, zuletzt abgerufen am 05.09.2018

Fontis Verlag

  1. Einleitende Anmerkungen
  2. Autor*innen des Fontis Verlags
  3. Abschließende Anmerkungen
  4. Anhang
  5. Quellenangaben

**********

1.) Einleitende Anmerkungen

Der Fontis Verlag ist der ehemalige Brunnenverlag in Gießen und einem Ableger in Basel. 2016 fusionierte der pietistisch geprägte Brunnenverlag Basel mit dem Asaph-Verlag, der einen pfingstkirchlichen Hintergrund hat. [1] Vereinfacht formuliert: der Fontis Verlag ist ein evangelikaler Verlag, im Sinne sog. Bibeltreuer.

Anmerkungen: Ein ausführlicher Text zum Thema Pietismus bietet Wikipedia [2]. Wikipedia beschreibt darin unter anderem den radikalen Pietismus, der sich in der Ablösung von der Staatskirche als Separatismus zeigt.
Eine eine ausführliche Erläuterung zur Pfingstbewegung, deren Gemeinden in der Regel als eingetragene Vereine organisiert sind, ist bei Wikipedia zu finden.
[3]
Hier gilt es zu berücksichtigen, dass Pfingstkirchler*innen nicht unbedingt zur Staats- oder Landeskirche gehören. In diesem Fall findet der Separatismusbegriff seine Anwendung.

Seit 2014 fungiert der Verlag unter dem Label Fontis – Brunnen Basel. [4] Rechtsform ist die Aktiengesellschaft (AG) nach Schweizerischem OR. [5]

Die Fontis AG und damit auch der Verlag werden vertreten durch drei Geschäftsführer. Darunter auch der Verlagsleiter (Dr.) Dominik Klenk. [6] [7] Bevor er diese Funktionen 2012 übernommen hat, war er zehn Jahre Leiter und erster Prior der Offensive Junger Christen (OJC). [8]

Eigenen Angaben zufolge ist Klenk auch Herausgeber des Magazins Salzkorn, eine periodisch erscheinende Schrift des OJC. Ob er das immer noch ist, konnten wir bisher nicht verifizieren, aber nach wie vor sind Klenk und der OJC sehr eng miteinander verbunden. Zuletzt stand Klenk für die OJC am Tag der Offensive 2018 auf dem Podium, um Fragen zu beantworten. [9]

Anmerkungen: Die OJC ist Mitglied in der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) oder in der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD)- DEA und EAD sind identisch- und kann damit den rechten Evangelikalen oder auch den sogenannten Bibeltreuen zugeordnet werden.

Zum OJC gehört auch das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG). Dieser Verein setzt sich, ganz im Sinne der Ideolgie der EAD und der OJC, zusammen aus homosexuellenfeindlichen Abtreibungsgegner*innen und fundamentalistischen Christ*innen. Zu den Autor*innen gehören auch Christel R. Vonholdt und Markus Hoffmann (Wuestenstrom). Beide bewerben bzw. präferieren die Homoheilung bzw. die so. „Reparativtherapie“.

Die OJC kann ohne Übertreibung den „Homoumpoler*innen“ zugeordnet werden.

Ergänzende Informationen über die „Homoumpoler*innen“ des OJC in Form eines threads hier

Ergänzende Informationen zur menschenfeindlichen Ideologie der EAD in Form eines threads hier

2.) Autor*innen des Fontis Verlages

Unter der Vielzahl unbekannter Namen stechen als Autor*innen hervor:

1.) Der Unterzeichner der homosexuellenfeindlichen Marburger Erklärung und Abtreibungsgegner Robert Spaemann, Beiratsmitglied des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG), Referent von Demo für Alle, Unterzeichner des Appells für die Pressefreiheit (2006), initiiert von der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit … .

Gemeinsam mit Bernd Wannenwetsch hat Robert Spaemann das Buch verfasst: „Guter schneller Tod? Von der Kunst, menschenwürdig zu sterben“.

Anmerkung: Eine Leseprobe dieses Buches gibt es hier

2.) Die Unterzeichnerin der antifeministischen Frankfurter Erklärung und Abtreibungsgegnerin Birgit Kelle (CDU). Ihr aktuellstes Buch erschien 2017 bei Fontis – Brunnen Basel und trug den entmenschlichenden Titel: „Muttertier“.

Und als ob das Muttertier nicht schon genug sei, bewarb kath.net ihr Buch mit den Worten „Birgit Kelle: Ganz tierisch Mutter sein[10]. In einem Interview mit idea spektrum anlässlich dieses Buches erklärte die Autorin Kernkompetenz jeder Frau sei es KInder zu gebähren und reduzierte damit das Muttertier gleich ganz auf den Uterus, der, ginge es nach ihr und all den anderen rechten und radikalen Abtreibungsgegner*innen, die sich „Lebensschützer*innen“ oder „Lebensrechtler*innen“ nennen, public domain wäre.

Gleichnamiges Buch erhielt im Oktober 2017 auch eine Rezension im rechtsextremen Magazin Sezession. [11] Ellen Kositza/Schenke bewarb ihr Buch mit den Worten: „(…) Allen »selbsterziehenden« Müttern, die sich dauernd scheelen Blicken und hintersinnigen Fragen (warum sie eigentlich studiert haben; wie sie das bloß aushalten »am Herd«; Kondomgeschenke zum vierten Kind) ausgesetzt fühlen, sei dieses Buch als alltagstaugliche Fibel und Arsenal ans Herz gelegt! (…)[12]

Und das waren nur einige Beispiele begeisternder Reaktionen von Rechten und Rechtsextremen.

Anmerkung: Eine Leseprobe dieses frauenverachtenden Buches gibt es hier

3.) Der Erstunterzeichner der rassistischen Erklärung 2018 Klaus Kelle (CDU), Ordensbruder des Tempelritterorden e.V., Autor für die AfD-nahe Freie Welt, die zum Netzwerk von Sven und Beatrix von Storch gehört, Autor für Eigentümlich frei und Betreiber des mittlerweile wieder eingestellten Blogs The GermanZ, Referent für die Bibliothek des Konservatismus … .

2017 erschien im Fontis Verlag sein Buch „Bürgerlich, christlich sucht … Biete Meinung statt Mitte“. Auffallend auf dem ansonsten eher unauffällig erscheinenden Covers sind die drei Punkte, die schwarz, rot und gold gefärbt sind. Das Vorwort selbst macht sofort klar, dass mensch es hier mit einer rassistischen Hetzschrift zu tun hat, die die Narrative „neuer“ Rechter pflegt.

Ein kleiner Textauszug soll dies nachfolgend verdeutlichen.

[13]

4.) Dominik Klenk, Referent für die Evangelische Allianz [14], Herausgeber des Buches: „Gender Mainstreaming – Das Ende von Mann und Frau?“ (2009) mit Beiträgen von Konstantin Mascher (OJC), Christl R. Vonholdt (DIJG) und Markus Hoffmann von Wuestenstrom.

ERF Medien e.V., die zur Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) gehören, bewarben sein Buch mit den Worten: „Das Ende von Mann und Frau? Gleichstellung oder Geschlechterwirrwarr? Ein neues Buch zum Thema „Gender Mainstreaming“ fordert Christen zur mutigen Stellungnahme auf. (…) Die Beiträge der Autoren sind fundiert und anspruchsvoll geschrieben. Wer tiefer in das Thema Gender Mainstreaming einsteigen möchte und eine analytische Herangehensweise nicht scheut, findet in diesem Buch eine gute Grundlage zur eigenen Meinungsbildung.[15]

Anmerkung: Eine Leseprobe von Gender Mainstreaming gibt es hier 
Diese Lesepreobe verdeutlicht, dass es nicht um Fakten, nicht um eine analytische Herangehensweise im wissenschaftlichen Sinne handelt, sondern um Antifeminismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, wie sie auch von Demo für Alle und sonstigen Organisationen vertreten wird. Buch und Autor sind demzufolge keinen Deut besser.

3.) Abschließende Anmerkungen

Fontis beruft sich auf die christlichen Wurzeln mit Aussichten mit Ewigkeitshorizont. [16] Quelle der Inspiration ihres Arbeitens sei das Leben und Wirken von Jesus Christus, so beschreibt der Verlag seine Ziele und Werte. Zum Verlagsprogramm gehört deshalb auch die kommunikative Bibelübersetzung Hoffnung für Alle, sowie Andachten, Kalender, Ratgeber, Seelsorger und vieles mehr aus dem frömmelnden Sektor, allerdings darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verlag über eine ausgeprägte rechte bis extrem rechte Affinität verfügt und mit Selbstverständlichkeit rechte Narrative verwendet.

Für diejenigen, die sich mit den Glaubensgrundsätzen der EAD oder der Evangelikalen bereits auseinandergesetzt haben, ist dies nicht überraschend. Für die anderen ist der Fontis Verlag nur ein christlicher oder frommer Verlag, mehr nicht. Und das macht jene Verlage umso gefährlicher, weil sie gruppenbezoger Menschenfeindlichkeit eine Plattform bieten und damit auch Transportmöglichkeiten für die Ausgrenzung, Abwertung und Entwertung von Menschen, die nicht dem „evangelikalen“ Bild entsprechen. Das betrifft nicht nur Geflüchtete oder POCs, sondern auch die Community der LGBTIQ, richtet sich aber auch gegen Frauen und ihr Recht auf Gleichberechtigung und körperliche/sexuelle Selbstbestimmung, vereinfacht formuliert. Insofern ist die Affinität, die bis zur Zusammenarbeit mit Rechtsextremen führt, geradezu zwangsläufig. [17]

Auf der Webseite des Verlages gibt es ein Interview mit Klaus Kelle aus dem Jahr 2016 mit der Überschrift: „Sagen, was die schweigende Mehrheit denkt“. [18]

In diesem Interview werden „Lügenpresse“ schreiende Nazis und Faschisten zu „besorgten Bürgern“ erklärt. Der Gesprächseinstieg beginnt mit der Frage, ob der Blog The GermanZ von Klaus Kelle ein deutsches Pendant zum „amerikanischen Meinungsportal Breitbart“ sei, ein konservatives Medium.

Mal abgesehen davon, dass Breitbart eine Nachrichten- und Webseite der Alt Right-Bewegung ist und damit von Rechtsextremen oder Nazis für Rechtsextreme und Nazis betrieben wird, und damit keineswegs konservativ im Sinne von protofaschistisch ist, sind die nachfolgenden Antworten von Klaus Kelle durchaus interessant. Zeigen sie nämlich wes Geistes Kind Klaus Kelle ist, salopp formuliert, sie verdeutlichen wie er „tickt“.

Klaus Kelle hält nämlich nichts von Respekt, den er als „politische Korrektheit“ bezeichnet und damit einen rechten Kampfbegriff verwendet. Wenn er Deutschland ändern könnte, würde er nicht nur gegen Rechtsradikale vorgehen, sondern auch gegen den aggressiven Islamismus und den Linksradikalismus, zu dem er auffallend mehr zu sagen hat als über Seinesgleichen: „(…)Diese Herrschaften, die „Bonzen-Autos“ abfackeln, gewalttätige Angriffe auf Veranstaltungen politischer Gegner organisieren, Andersdenkende mit Gewalt mundtot machen wollen. Die machen unter dem Banner des „Antifaschismus“ im Grunde nichts anderes als die Nazi-Schlägertrupps in den 20er und 30er Jahren. (…)“.[19]

Das gesamte Interview mit Klaus Kelle, von einem vermeintlich christlichen oder evangelikalen Verlag geführt, wurde als Screenshot in den nachfolgenden Anhang aufgenommen. Damit nicht übersehen oder ignoriert werden kann, welche Art von Ansichten dieser Verlag unterstützt und durch Publikation sogar unwidersprochen weiterverbreitet. Ein Verlag, der nur vorgibt sich auf christliche Wurzeln zu beziehen, dabei aber dann doch gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit transportiert und damit nicht anders zu bewerten ist als jeder gemeine rechte Verlag und/oder Verein.

4.) Anhang

[20]

5.) Quellenangaben

[1] https://www.pro-medienmagazin.de/wirtschaft/2016/06/23/pietisten-und-pfingstverlage-werden-eins/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Pfingstbewegung, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[4] https://www.fontis-verlag.com/firmengeschichte/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[5] https://www.fontis-verlag.com/sample-page/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[6] https://www.fontis-verlag.com/sample-page/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[7] http://www.dominik-klenk.de/werdegang-lebenslauf, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[8] http://www.dominik-klenk.de/werdegang-lebenslauf, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[9] https://www.ojc.de/medien/bildergalerien/tag-der-offensive-2018/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[10] http://www.kath.net/news/61004, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[11] https://sezession.de/58279/nicht-befreit-sondern-eingefangen, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[12] https://sezession.de/58279/nicht-befreit-sondern-eingefangen, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[13] https://www.amazon.de/B%C3%BCrgerlich-christlich-sucht-Klaus-Kelle/dp/3038481076/ref=sr_1_fkmr0_2?s=books&ie=UTF8&qid=1535979656&sr=1-2-fkmr0&keywords=%22klaus+kelle%2C+fontis%22#reader_B06Y1Q8C17, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[14] http://www.dominik-klenk.de/tag/evangelische-allianz, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[15] https://www.erf.de/index.php?node=2270-542-3063, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[16] https://www.fontis-verlag.com/werte-und-ziele/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[17] Die Glaubensgrundsätze der EAD Abschnitt 5: „Anmerkungen zur Ideologie der EAD – Glaubensbasis und Nashville-Erklärung => http://bkramer.blogsport.eu/2018/04/17/informationen-ueber-die-evangelische-allianz-in-deutschland-ead/#_ftn5

[18] https://www.fontis-verlag.com/klaus-kelle-sagen-was-die-schweigende-mehrheit-denkt/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[19] https://www.fontis-verlag.com/klaus-kelle-sagen-was-die-schweigende-mehrheit-denkt/, zuletzt abgerufen am 03.09.2018

[20] https://www.fontis-verlag.com/klaus-kelle-sagen-was-die-schweigende-mehrheit-denkt/, zuletzt abgerufen am 04.09.2018. „Klaus Kelle: Sagen, was die schweigende Mehrheit denkt“, ein Interview vom 08.12.2016

DVCK e.V. – Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur

1.) Informationen über die DVCK

2.) Anhang

3) Quellenangaben

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1.) Informationen über die DVCK

Die DVCK e.V. – Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur e.V. mit Sitz in Frankfurt/Main versteht sich selbst als einen überparteilichen „…Verein, der sich unter anderem gegen die Legalisierung der Abtreibung und für das Recht auf Leben und gegen die Zersetzung der moralischen Werte in Familie und Gesellschaft einsetzt.[1]

Vorsitzender des 1983 gegründeten Vereins, dessen Spenden nicht steuerlich absetzbar sind, ist Benno Hofschulte.

Zur DVCK, die sich als Organisation bestehend aus 50.000 ehrenamtlichen Mitgliedern in Deutschland vorstellt, die für die Wiederherstellung der christlichen Zivilisation kämpfen, gehören die Aktion Kinder in Gefahr und SOS Leben [2] und der Blog Kultur und Medien Online bzw. das Mitteilungsblatt der Aktion Kinder in Gefahr. [3]

SOS Leben ist eine Anti-Abtreibungsorganisation, die laut Eigenangaben durch regelmäßige Briefaktionen die Bundesbürger aufruft, um ihren Einfluß als Wähler bei den Politikern geltend zu machen, um eine Liberalisierung und Legalisierung der Abtreibung zu verhindern. [4] In unregelmäßigen Abständen gibt SOS Leben das Informationsblatt „Berichte, Kommentare, Initiativen“ heraus. Ansonsten gelegentliche Informationsbroschüren. [5]

Die Aktion Kinder in Gefahr setzt sich eigenen Angaben zufolge „… für den Schutz der Jugendlichen und Kinder gegen den Einfluß auf Kinder und Jugendliche von Gewalt, Sex und Pornographie im Fernsehen ein und gegen die Zersetzung der moralischen Werte in Familie und Gesellschaft“.[6]

Aktuell, allerdings ohne Datum, führt die Aktion KiG eine Petition auf ihrer Webseite, die sich gegen den „Lehrplan zur Sexualerziehung“ und die „Akzeptanz sexueller Vielfalt und Geschlechteridentitäten“ richtet.

Zum näheren Verständnis reicht die Kurzfassung völlig aus:

„Der Hessische „Lehrplan zur Sexualerziehung“ ist ein Plan zur Gender-Indoktrination und damit auch ein Angriff auf die Kinder, auf das Erziehungsrecht der Eltern und auf die christlichen Wurzeln unseres Landes.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, dieser Lehrplan muss weg!“[7]

Zusätzlich existieren noch der Appell für einen „Aktionsplan gegen Pornographie“ [8], ein Appell an die Bundesministerin Giffey der Titel trägt „Stoppen Sie die antichristliche Hassmusik!“ [9], die Petition „Christliche Politik für ein christliches Deutschland! Ja zum Kreuz in der Öffentlichkeit![10].

[11]

Ebenfalls im Programm ist eine bundesweite Umfrage „für den Schutz der Kinder, der Familie und der christlichen Wurzeln“. [12]

Zu den Autor*innen von KiG gehört z.B. der radikale und rechte Abtreibungsgegner und Leiter von KiG Mathias von Gersdorff, der eigens einen Blog angelegt hat, um zu zeigen „… zu welchem Irrsinn Grüne, Gender-Ideologen, Linkskatholiken usw. fähig sind.“ [13]

Mathias von Gersdorff ist bereits einschlägig bekannt, als Autor für die Deutschen Konservativen e.V. (Conservo), als Autor für die AfD-nahe Freie Welt des Sven von Storch, als Autor für die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit, als Autor für Zukunft Europa e.V., als Unterzeichner der homosexuellenfeindlichen Marburger Erklärung oder als 1. Vorsitzender der Deutsche(n) Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum e.V. [14] oder als Demo für Alle (2017). [15]

In seinen Publikationen setzt sich von Gersdorff mit Vehemenz gegen Abtreibungen, gegen dieEhe gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und gegen die Gender-Ideologie ein, die er als „fanatische und radikale Ideologie“ bezeichnet, deren Vertreter eine Revolution durchführen , „…die diese Ideologie bis zum Paroxysmus durchsetzen will – koste es, was es wolle.“ [16]

Eine weitere Autorin für die KiG bzw. Kultur und Medien online ist die älteste noch lebende rechte fundamentalistische Abtreibungsgegnerin Christa Meves.

Die Publizistin ist ebenfalls schon seit Jahrzehnten einschlägig bekannt. Aufgeführt ist sie auf der Referentenliste der rechtsextremen Münchner Burschenschaft Danubia und der Burschenschaft Normannia-Nibelungen. Darüberhinaus ist sie Gründerin des Vereins Verantwortung für die Familie e.V., Vorstandsmitglied des Vereins Zukunft Europa e.V..
Schon in den 1970iger Jahren fungierte „Deutschlands führende Homphobe[17] Christa Meves als Referentin für die rechtsextreme Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung.
Als Autorin verfasste sie Beiträge für die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit, für Vision 2000, für Medizin und Idelogie (eine Zeitschrift der Europäischen Ärzteaktion), neben einer Vielzahl von Büchern, die sie im Laufe ihres Lebens veröffentlichte.

Hier zwei ausgewählte Zitate zur besseren Einordnung: [18]

Die Frau hat von ihrer biologischen Aufgabe her ein natürliches Bedürfnis nach Unterwerfung, der Mann nach Eroberung und Beherrschung.“

Männer, die Kleinkinder waschen, reinigen und wickeln müssen, können der Versuchung, sich an den wehrlosen Kindern zu vergreifen, sie zu penetrieren, seltener widerstehen.“

Ein weiterer Autor für KiG ist der Rechtsanwalt Armin Eckermann und Vorsitzender von Schulunterricht zu Hause e.V. – Verein zur Verwirklichung des grundgesetzlich garantierten Erziehungsrechts der Eltern. Einem Verein, der vorgibt sich an den modernen Lernmethoden der weltweiten Homeschool-Bewegung zu orientieren, [19] aber bibeltreue Schulverweigerer unterstützt. [20]

Zusammenfassend lässt sich die DVCK e.V. den radikalen extrem rechten Abtreibungsgegner*innen zuordnen, die auch in diesem Jahr mit einem Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sein wird.

2.) Anhang

Screenshot von der Webseite Kinder in Gefahr, die einen zusätzlichen Eindruck vermittelt [21]

 

Screenshot von der Webseite SOS Leben, die einen zusätzlichen Eindruck vermittelt [22]

3.) Quellenangaben

[1] http://www.dvck.de/impressum.html, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[2] http://dvck.de/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[3] https://kultur-und-medien-online.blogspot.com/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[4] http://www.dvck-sosleben.de/ueber.html, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[5] http://www.dvck-sosleben.de/ueber.html, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[6] https://www.aktion-kig.de/Templates/ueber.html, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[7] https://www.aktion-kig.org/kampagnen/kein-gender-an-hessens-schulen/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[8] https://www.aktion-kig.org/kampagnen/aktionsplan-gegen-pornographie/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[9] https://www.aktion-kig.org/kampagnen/stoppen-sie-antichristliche-hassmusik/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[10] https://www.e-petitions.org/kig006-kreuz/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[11] https://www.e-petitions.org/kig006-kreuz/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[12] https://www.aktion-kig.org/kampagnen/umfrage-christliche-wurzeln/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[13] http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[14] http://www.tfp-deutschland.de/impressum.html, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[15] http://de.wikimannia.org/Mathias_von_Gersdorff, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[16] http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/search/label/Gender, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[17] http://www.regensburg-digital.de/deutschlands-fuhrende-homophobe-kommt-nach-donaustauf/18032013/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[18] http://www.regensburg-digital.de/deutschlands-fuhrende-homophobe-kommt-nach-donaustauf/18032013/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[19] https://www.schuzh.de/cms/, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[20] https://www.welt.de/regionales/hamburg/article148587/Boykotteure-auf-der-Flucht.html, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[21] https://www.aktion-kig.de/index.html, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

[22] http://www.dvck-sosleben.de/hintergrund.html, zuletzt abgerufen am 02.09.2018

Von Kommentare deaktiviert für DVCK e.V. – Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur Veröffentlicht unter Organisationen

Europa Verlag

[1] Einleitende Anmerkungen

[2] Beispiele rechter/rassistischer Verlagsautor*innen

[3] Abschließende Anmerkungen

[4] Quellenangaben

**********

[1] Einleitende Anmerkungen

Der Europa Verlag wurde 1933 gegründet, um verfolgten Autor*innen und verbotenen Manuskripten ein Forum zu bieten. In der NS-Zeit galt der Verlag als „Emigratenverlag“. Doch das ist lange her. Mittlerweile ist der Verlag eine GmbH & Co. KG mit weiteren angeschlossenen Verlagen. Der Geschäftsführer ist Christian Strasser,der eigenen Angaben zufolge 2015 100% der Aktien der Europa Verlag AG Zürich übernommen hat. (1)

Zum Europa Verlag gehören: Scorpio Verlag, Trinitiy Verlag, L.E.O. Verlag, Golkonda Verlag, Alyna Verlag, Europa Verlag Zürich. (2)

Zum Verlagsprogramm gehören die Genre Belletristik und Sachbücher, sowie EBooks und DVDs.

Interessant ist die Zusammensetzung der Autor*innen, denn neben zahlreichen unbekannten Namen sind auch rechte und rassistische Autor*innen aufgeführt.

[2] Beispiele rechter/rassistischer Verlagsautor*innen

Darunter z.B. der Historiker David Engels,der zu den Unterzeichner*innen der rassistischen Erklärung 2018 gehört, der bisher auch als Referent für die Bibliothek des Konservatismus und für den Spaziergang nach Berlin aufgetreten ist sowie für die Nazi-Messe Zwischentag 2014 als Referent angekündigt wurde.

Ein weiterer Autor ist Arnulf Baring, der bisher als Referent für das Institut für Staatspolitik (IfS) oder als Referent für das Bildungszentrum Feldmarkt, das dem Opus-Dei außerordentlich nahesteht.

Auch Joachim Starbatty von der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland gehört zum Autor*innenkreis.

Doch das sind längst nicht alle.

Denn auch Gabriele Baring gehört zum Kreis der Autor*innen. Vertreten ist sie mit zwei Büchern, die den Titel tragen „Die Deutschen und ihre verletzte Identität“ (2017) und „Die geheimen Ängste der Deutschen“ (2011).

Baring, Heilpraktikerin und „Familienstellerin“, so ihre Homepage, hat offensichtlich einen tiefenpsychologischen Longseller produziert, in dem die Autorin Gründe zu finden behauptet für die mangelhafte nationale Identität der Deutschen. (…) Bis heute hat uns das Trauerverbot uns verwehrt, uns und unsere Vorfahren zu lieben, und es hindert uns neue Generationen entstehen zu lassen. (…) Diese nationalistische Verbindung der (deutschen) Geburtenquote mit einer vermeintlichen demographischen Krise ist ein typisches Element des Kampfes der „Neuen Rechten“ gegen Abtreibung und andere reproduktive Rechte“, schrieb Ulli Jentsch 2017 über das Buch Die Deutschen und ihre verletzte Identität. (3)

Der Verlag selbst beschrieb ihr Buch zusammengefasst als die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen verdrängter Traumata des Zweiten Weltkriegs, die mehr sei als eine kollektive Befindlichkeitsstörung. (4)

Der Schwerpunkt „transgenerationale Traumata“ ist auch im aktuellen Buch des Verlagsautoren Raymond Unger mit dem Titel „Die Wiedergutmacher: Das Nachkriegstrauma und die Flüchtlingsdebatte“ zu finden. Und es ist nicht das erste Buch, in dem der Autor Täter-Opfer-Umkehrung betreibt. Schon in seiner Familienchronik „Die Heimat der Wölfe“, ebenfalls im Europ-Verlag erschienen, ist dies der rote Faden, der sich durch das gesamte Buch zieht.

Da diesem Jahr Unger als Verlagsautor auf der Frankfurter Buchmesse 2018 zu einer Autorenstunde am Messestand des Verlages erscheinen wird, ist dies Grund genug sich ein bisschen ausführlicher mit der Publikation zu befassen, über das der Verlag folgendes schreibt:

(5)

Dass für den Autoren Unger Geschichtsbewusstsein, Verantwortung, dass so etwas nie wieder geschehen kann, Mitgefühl für geflüchtete Menschen und Humanität nur eine „Übersteuerung in der sog. „Willkommenskultur““ darstellen, belegt nachfolgender Screenshot von der Webseite des Schreiberlings. (6)

Aktuell gibt es auf Ungers Webseite noch diesen Zusatz zu seiner Buchbeschreibung.

„»Kriegsenkel haben keine Grenzen. In der Psychopathologie stellen viele von ihnen die Gruppe der sogenannten ›Co-Abhängigen‹, oder sie leiden unter dem ›Helfersyndrom‹. Keine Grenzen zu haben lässt sich buchstäblich und damit auch geografisch verstehen. Man kann darauf wetten: Es sind fast immer Kriegsenkel-Politiker, die sich schlichtweg gar nicht vorstellen können, dass es eine Notwendigkeit und ein Recht darauf gibt, das eigene Territorium zu schützen. Vielmehr löst es einen Sturm der moralischen Entrüstung aus, wenn jene, die gelernt haben, persönliche Grenzen zu ziehen, dasselbe auch im großen Maßstab fordern.«

Raymond Unger“ (7)

Hier ist die Rede von der Psychopathologie, von den Co-Abhängigen und vom Leiden unter dem Helfersyndrom.

Soviel zur Pathologisierung von Anstand und Moral, soviel zu Raymond Unger, der nicht der einzige Verlagsautor ist, der rechtes und/oder rassistisches Gedankentum weiter trägt und damit Salonfähig macht.

Zum Verlagsprogramm gehört nämlich auch die ehemalige Lehrerin und Autorin des Buches: „Lehrer über dem Limit – Warum die Integration scheitertIngrid Freimuth.

Klappentext des Buches (8)

Auszug aus der Vorbemerkung des Buches (9)

Es ist also kein Wunder, dass rechte Medien, rechtsextreme Blogs und Onlineplattformen über Freimuths Buch berichteten, darunter Tichys Einblick, der rassistische Blog Achse des „Guten“ oder PI-News.

Die rechtsextreme PI-News berichtete nicht nur wohlwollend über die Autorin und ihr Buch, sondern sah in ihr gar den „neuen Sarrazin“. (10) Ellen Kositza/Schenke hat auf dem Kanal Schnellroda ebenfalls eine Buchbesprechung vorgenommen. (11)

Eine weitere Verlagsautorin ist Zana Ramadani, Mitbegründerin von FEMEN Deutschland und mittlerweile CDU-Mitglied. Abgesehen von ihren Aktivitäten bei Terre des Femmes, die mit ihrer neuesten Petition, die ein Verbot für das Kinderkopftuch fordert, zeigen wie Querfront auch aussehen kann, ist Zani Ramadani Gastautorin für den rassistischen Blog Achse des Guten. (12)

Und das waren immer noch nicht alle, sondern nur eine Auswahl.

[3] Abschließende Anmerkungen

Wie ist also ein Verlagsprogramm bzw. ein Verlag einzuordnen, der nicht nur Bücher von Rassist*innen, Rechten und Rechtsextremen im Angebot hat, wie z.B. Starbatty von der AfD oder Günther Lachmann, der den völkischen Nationalisten Björn Höcke (AfD) in Fragen strategischer Kommunikation berät,  sondern ebenso Publikationen veröffentlicht, die sich gegen Rechts oder die AfD richten.

Auch die Publikationen mit den Titeln „Gesicht Zeigen! Mein Kampf gegen Rechts“, „Neue Heimat? Wie Flüchtlinge uns zu besseren Nachbarn machen“, „Inside AfD – Der Bericht einer Aussteigerin“ … gehören zum Verlagsprogramm.

Was ist von einem Verlag zu halten, der „both sides“ bedient?

Vielleicht sollten wir auf diese Fragen verzichten und den Verlag in Anbetracht der durchaus zahlreichen rechten und rassistischen Publikationen wie jeden gewöhnlichen rechten Verlag betrachten und auch so behandeln.

[4] Quellenangaben

(1) https://www.europa-verlag.com/ber_uns.html, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

(2) https://www.europa-verlag.com/Verlage.html, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

(3) https://www.apabiz.de/2017/neue-und-alte-rechte/, zuletzt abgerufen am 30.08.2018

(4) https://www.europa-verlag.com/Buecher/5933/DieDeutschenundihreverletzteIdentitt.html, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

(5) https://www.europa-verlag.com/Buecher/6503/DieWiedergutmacher.html, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

(6) http://www.raymond-unger.de/cv/, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

(7) http://www.raymond-unger.de/buecher/, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

(8) https://www.amazon.de/Lehrer-%C3%BCber-dem-Limit-Integration/dp/3958901840/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1535803271&sr=1-1&keywords=ingrid+freimuth+lehrer+%C3%BCber+dem+limit, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

(9) https://www.amazon.de/Lehrer-%C3%BCber-dem-Limit-Integration/dp/3958901840/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1535803271&sr=1-1&keywords=ingrid+freimuth+lehrer+%C3%BCber+dem+limit, zuletzt abgerufen am 01.09.2018. Amazon ermöglicht einen Blick ins Buch.

(10) http://www.pi-news.net/2018/04/lehrer-ueber-dem-limit-ein-neuer-sarrazin/, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

(11) https://www.youtube.com/watch?v=xtbyK04zc-Y, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

(12) https://www.achgut.com/autor/ramadani, zuletzt abgerufen am 01.09.2018

 

Manuscriptum Verlagsbuchhandlung

Die Manuscriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof KG hat ihren Sitz in Lüdinghausen.
Persönlich haftender Gesellschafter ist der ehemalige Geschäftsführer der nordrhein-westfälischen Grünen Thomas Hoof, der 1988 das Versandhaus Manufactum und unter dessen Dach den Verlag Manuscriptum gegründet hat.(1) 1998 verkaufte Hoof Manufactum an ein Unternehmen der Otto Group und behielt die Manuscriptum Verlagsbuchhandlung.

Zum Manuscriptum Verlag gehören die beiden Imprints, die Edition Sonderwege und der Landtverlag. Im Februar 2017 ist die Werkreihe TUMULT hinzugekommen und damit auch die Vierteljahresschrift für Konsensstörung TUMULT.

Themen des Manuscriptum Verlags sind:
Deutsche Geschichte, Gender Mainstreaming, Ideologiekritik, Konservatismus, Kulturkritik, Lebenspraxis, Migration, Politische Korrektheit, Postdemokratie, Preußen und Wirtschaft. (2)

Das Publikationsangebot erstreckt sich dabei auf die Rubriken Politik & Gesellschaft, Geschichte, Literatur & Sprache, Haushalt, Garten & Natur, Kinderbrücher & Klangspiel. (3)

Als Autor*innen werden u.a. genannt:

der Antifeminist Bernhard Lassahn, der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) Josef Kraus, Alexander Gauland (MdB AfD), Jürgen Elsässer (Compact), die Abtreibungsgegnerin und Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) Claudia Kaminski, der völkische Nationalist Björn Höcke (AfD), Andreas Krause-Landt, Gründer des Landtverlages und nach Namensänderung als Andreas Lombard Chefredakteur von CATO, Konrad Adam von der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, Thor Kunkel, sowie Ernst Jünger, Oswald Spengler und viele weitere.

Anmerkung: Ergänzende Informationen in der Form von threads zur Person von Josef Kraus gibt es hier und hier.

Ein vollständige Liste sämtlicher Autor*innen wurde als Screenshot erstellt.

(4)

Zu den Neuerscheinungen des Verlages gehört aktuell das Buch „50 Jahre Umerziehung – Die 68er und ihre Hinterlassenschaften“ von Josef Kraus.

Der nachfolgende Auszug, der aus der Buchbeschreibung entnommen wurde, bedarf keiner weiteren Kommentierung.

So können etwa die Gesinnungsdiktaturen von „Political Correctness“ und „Gender“, beide ebenfalls aus den USA kommend, mit Fug und Recht als Enkel-Ideologien der 68er angesehen werden. Ähnliches gilt für die „Multikulti“-Ideologie, für das Sympathisieren mit dem Islam und für nationalallergische Affekte.
Diese fragwürdige Bilanz der 68er und ihrer Vollender verdankt sich zu erheblichen Teilen dem Versagen der Bürgerlichen. Sie sind bis zum heutigen Tag nicht fähig und nicht bereit zu ideologiekritischer Auseinandersetzung – so dringend diese geboten wäre.
“ (5)

Eine weitere Neuerscheinung ist das Buch „Nie zweimal in denselben Fluss – Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig“ von Sebastian Hennig.

Wer sich auf der hauseigenen Webseite umschaut, findet zahlreiche weitere menschenverachtende Publikationen, die im Manuscriptum Verlag erschienen sind. Die beiden letztgenannten Bücher wurden aufgeführt, weil diese zu den Neuerscheinungen gehören. Sie sind allerdings keine Einzelfälle.

Der Manuscriptum-Verlag kann darum ohne Übertreibung als eine rechtsextremer Verlagsbuchhandlung für rechtsextreme Autor*innen bezeichnet werden.

Quellenangaben:

(1) https://www.zeit.de/2014/16/manufactum-gruender-verleger-manuskriptum-pirincci, zuletzt abgerufen am 29.08.2018

(2) https://www.manuscriptum.de/, zuletzt abgerufen am 29.08.2018. Zu finden unter der Registerkarte: Themen

(3) https://www.manuscriptum.de/, zuletzt abgerufen am 29.08.2018. Zu finden unter der Registerkarte: Bücher

(4) https://www.manuscriptum.de/autoren.html, zuletzt abgerufen am 29.08.2018

(5) https://www.manuscriptum.de/buecher/neuerscheinungen/50-jahre-umerziehung.html, zuletzt abgerufen am 29.08.2018

Verein Deutsche Sprache (VDS)

Gliederung:

[1] Einleitende Anmerkungen
[2] Bekannte Mitglieder
[3] Vereinsaktivitäten
[4] Ideologische Ausrichtung des Vereins
[5] Ein Mini-Schlusswort
[6] Für Ergänzungen vorgesehen
[7] Quellenangaben

**********

[1] Einleitende Anmerkungen

Der gemeinnützige Verein Deutsche Sprache mit Sitz in Dortmund wurde 1997 gegründet. (1)

Neben der Veröffentlichung von Texten und Büchern zur deutschen Sprache gehören eigenen Angaben zufolge u.a. Begegnungsmöglichkeiten mit den Freunden der deutschen Sprache in aller Welt, die Vermittlung von Referent*innen, Hilfe bei der Vermittlung von Fördermitteln … .

 (2)

Der Verein setzt sich zusammen aus Vorstand, Regionalvertretungen im In- und Ausland, einem wissenschaftlichen Beirat und einer Geschäftsstelle.

Der erste Vorsitzende des Vereins ist (Prof. Dr.) Walter Krämer.
Ergänzende Informationen über Krämer, der auch Autor für den islamfeindlichen und rassistischen Blog Achse des Guten ist, hier.

[2] Bekannte Mitglieder

Zu den bekannten Mitgliedern des Vereins gehören u.a. (3)

Die Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung und Ehrenpräsidentin des Bund(es) der Vertriebenen Erika Steinbach.
Ergänzende Informationen hier.

Der CATO-Autor Matthias Matussek, der in diesem Jahr bisher bereits zweimal als Referent für das rechtsextreme Institut für Staatspolitik (IfS) aufgetreten ist und Sympathisant der Identitären Bewegung (IB) ist.
Ergänzende Informationen hier

Der Kuratoriumsvorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung und Organisator des neuen Hambacher Fests Max Otte (CDU).
Ergänzende Informationen hier

Der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) Josef Kraus, dessen aktuelles Buch „50 Jahre Umerziehung. Die 68er und ihre Hinterlassenschaften“ im neofaschistischen Manuscriptum Verlag veröffentlicht wurde.
Ergänzende Informationen hier

Der Abtreibungs- und Gendergegner Peter Hahne, der es sich auch zukünftig nicht neben lassen will das rassistische N-Wort weiterhin zu benutzen.
Ergänzende Informationen hier

Die Initiatorin der rassistischen Erklärung 2018 und mittlerweile im extrem rechten Spektrum angekommene Publizistin Vera Lengsfeld.
Ergänzende Informationen hier

Der persönlich haftende Gesellschafter und Gründer der rechtsextremen Manuscriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof vom Förderverein Freunde der Vierteljahresschrift TUMULT.

Der Schauspieler Uwe Steimle, der 2016 bei einem Interview mit der Thüringer Zeitung ein Compact T-Shirt mit dem Aufdruck „Ami go home!“ trug (4), der sich als Interviewpartner für die „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit im Juni 2018 zur Verfügung gestellt hat. (5) Für ein Interview das es in sich hatte. In diesem erklärte er in Reichsbürgerrethorik, Deutschland sei noch im Jahre 2018 Besatzungsgebiet der USA und Kanzlerin Merkel eine Marionette.

Der Mitbegründer der Grünen und Leiter der VDS-Arbeitsgruppe Bündnis 90/Die Grünen für klares Deutsch Rolf Stolz. Bekannt als Autor für zahlreiche rechtsextreme Medien, darunter die Junge Freiheit, Wir Selbst, Sezession, Compact… . Bekannt auch als Referent für versch. extrem rechte Burschenschaften (u.a. die Münchner Burschenschaft Danubia, die Burschenschaft Normannia-Nibelungen, die alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn) und die Bibliothek des Konservatismus (BdK).

Der Kabarettist Dieter Hallervorden, Ehrenmitglied des VDS, der den „Fragebogen“ für die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit in 2013 beantwortet hat und in der Vergangenheit durch antisemitische und islamfeindliche Äußerungen aufgefallen ist.

[3] Vereinsaktivitäten

(6)

Wie der eingefügte Screenshot zeigte sind die Aktivitäten zu umfassend, um sie hier alle aufzuführen.

Interessant wird es unter der Rubrik „Arbeitsgruppen“, von insgesamt 52, mit denen wir uns nachfolgend befassen wollen.

Arbeitsgruppenleiter der AG „AfD für Gutes Deutsch und Sprachenvielfalt“ ist der Beisitzer im Vorstand der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) Südliche Weinstraße-Landau, Martin Louis Schmidt. Auf der hauseigenen Webseite wird er vorgestellt als Journalist, dem Heimatliebe, Nationalbewusstsein und ein vielfältiges, identitätsorientiertes Europa der Völker und Kulturen ein Herzensanliegen sind. (7)

Die AG „Gendersprache“, vor zwei Jahren gegründet, (8) erfolgte „…in Zusammenarbeit mit der interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft AGENS“. Eine nähere Beschreibung jener AG erfolgte nicht.

Dies soll hier nachgeholt werden, denn immerhin handelt es sich dabei nicht um eine interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft, sondern um den antifeministischen Verein Agens e.V., der seinerseits nicht nur mit dem Verein Deutsche Sprache kooperiert, sondern u.a. auch mit Demo für Alle.

Erster Vorstandsvorsitzender des Vereins Agens e.V. ist Eckhard Kuhla, ein bekennender Rassist und erklärter Gegner von respektvoller Sprache, die er als „politische Korrektheit“ bezeichnet und damit einen Kampfbegriff der „neuen“ Rechten und Protofaschisten übernimmt. Für Kuhla ist „politische Korrektheit“ ein Virus, das sich ausbreitet und dazu führt, dass das allgemeine Rechtsbewusstsein auf der Strecke bleibt. (9)

In einem Artikel mit dem Titel: „Zugriff! Oder: Politische Korrektheit untergräbt Redefreiheit“ beschwerte sich Kuhla, dass er nicht einmal mehr das unselige rassistische N-Wort verwenden kann. Hier ein Zitat:

„Bei Nicht-Beachtung des politisch korrekten Sprechens erfolgt in solchen Gruppen Diskriminierung – bis hin zur Ächtung und schließlich Ausschluss aus der Gruppe, Verein, oder Firma.“ (10)

Bis zu seiner Absetzung im Juni 2018 war Kuhla Gruppenleiter der AG Gendersprache. Da aber Agens e.V. und der Verein Deutsche Sprache nach wie vor eng zusammenarbeiten spielt das letzten Endes keine Rolle.

Anmerkungen: Über die Absetzung von Kuhla berichtete der Schwarzwälder Bote am 26.06.2018 ausführlicher. Zur Ergänzung hier: https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.offenburg-deutsch-ganz-ohne-parteibuch.4fc13644-b352-4a27-9d16-345b224ec748.html

Schon seit 2011 fordert der Verein Deutsche Sprache im Grundgesetz (GG) Deutsch als Sprache der Bundesrepublik aufzunehmen. (11) Gemeinsam mit dem Verein für die deutschen Kulturbeziehungen im Ausland e.V. (VDA) wurde eine Petition verfasst, die am 07.11.2011 im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages erörtert worden. (12) Als Begründung für die Petition und die Notwendigkeit Deutsch im GG aufzunehmen wurden starke Kräfte in der internationalen Konzernzwirtschaft und in der Wissenschaft, die in unserem Sprachraum die deutsche Sprache durch Englisch ersetzen wollen. (13)

Auch die extrem rechte Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat am 2.3.2018 einen entsprechenden Antrag gestellt, der abgelehnt wurde. Der VDS verfasste dazu am 12.3.2018 eine Presseerklärung.

Presseeklärung und die Begründung für die Notwendigkeit des staatlichen Schutzes für die deutsche Sprache wurde nachfolgend als Screenshot eingefügt.

(14)

[4] Ideologische Ausrichtung des Vereins

Nicht nur Agens e.V., sondern auch der Verein Deutsche Sprache ist ein erklärter Gegner gegenderter Sprache.

Es ist die Staatsideologie „Gender Mainstreaming“, eine offizielle Definition hier. Die Staatsideologie wird  vertreten, und teilweise überwacht, durch rd. 2000 Gleichstellungsbeauftragt – „innen“ in den öffentlichen Verwaltungen. Aufgabe  dieser Frauen:  Klar, sie sollen Mann und Frau gleichstellen, aber de facto betreiben sie Frauenförderung auf allen Ebenen und  für alle Funktionen ihrer Behörden, so auch mit der Gendersprache – gemäß dem Instrumentenkoffer Gender Mainstreaming“, schreibt der Verein Deutsche Sprache auf seiner Webseite unter der Rubrik Arbeitsgruppen, AG Gendersprache. (15)

Im Publikationsorgan Sprachnachrichten des Vereins für Deutsche Sprache (VDS) (II/2018) erhält Josef Kraus ausreichend Gelegenheit darüber zu sinnieren, ob „es unsere Schulen schaffen, Einwanderern unsere Sprache nahezubringen?“ und um über die „Deutschtests von Zuwanderern“ mit einer Misserfolgsquote von 51 bis 83 Prozent zu schreiben und die wenige Lernmotivation bei den Teilnehmern. (16)

Auch der Artikel mit dem Titel „Der Rest ist Schweigen“ gewährt tieferen Einblick in die verschwurbelten Gedanken eines VDS-Autoren. In diesem Artikel beginnt der Autor beim Nachnamen M*hr (17), schleicht nebenbei das N****-Wort (18) ein, gelangt so zur „Sprachdiktatur“ und endet mit folgendem Abschnitt:

Wenn Sprachsensibilität in Sprachhysterie umschlägt wird Sprache ganz unmöglich, denn sie ist doch gerade dazu da, etwas so zu beschreiben, dass es sich von allem anderen unterscheidet. Sogar wenn ein Mensch einer Nation zugeordnet wird, ist das diskriminierend in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes: unterscheidend. Goethe war Deutscher – das dürfte schon bald eine problematische Feststellung sein. Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird man demnächst fast nichts mehr sagen dürfen. (…)(19)

Diese ausgewählten Beispiele waren beileibe keine Einzelfälle. Bereits 2016 sind die „nationalistischen Tendenzen“ und die „Pegidahaftigkeit“ des Vereins aufgefallen. (20) Bereits damals bezeichnete Walter Krämer, der erste Vorstandsvorsitzende des VDS, jegliche Kritik am Verein als „große Verleumdungskampagne“. (21)

Anmerkungen: Als ergänzende Information empfehlen wir den Artikel: „Die Pegidahaftigkeit des Vereins deutsche Sprache“ vom 1.August 2018. (22)

[5] Ein Mini-Schlusswort

Gegenderte bzw. eine geschlechtergerechte Sprache und damit die Überwindung des generischen Maskulinum ist für VDS-Autoren selbstgerecht oder gegen die Würde gerichtet. VDS-Autoren nennen es Sprachdiktatur oder erklären es gleich zu einem Virus. Deutlicher kann mann Antifeminismus und LGBTIQ*-feindlichkeit nicht zum Ausdruck bringen können.

Und was nun die Verwendung des N- oder M-Wortes betrifft, wer derart darauf beharrt, muss sich den Vorwurf des Rassismus gefallen lassen.

Wer darüberhinaus dermaßen enge Verbindungen zu Personen aus dem extrem rechten bis neofaschistischen Spektrum pflegt wie der Verein Deutsche Sprache oder wer wie Krämer als erster Vorstandsvorsitzender des Vereins die „aktuelle Völkerwanderung“ zum „regierungsamtlichen Großexperiment“ erklärt, darf sich nicht wundern als Pegidahaftig bezeichnet zu werden oder als AfD-nah und damit in unmittelbarer Nähe zu einer rechtsextremen Partei.

[6] Für Ergänzungen vorgesehen

Am 06.03.2019 startete der VDS den antifeministischen und LGBTIQ*-feindlichen Aufruf „Schluss mit dem Genderunfug“ gestartet. Dieser wurde nicht nur von Daniel Lachmann (NPD) weiterverbreitet, sondern auch von exakt einhundert Personen erstunterzeichnet, darunter Helmut Matthies von idea, Werner J. Patzelt, Harald Seubert, Josef Kraus und vielen anderen bereits einschlägig in Erscheinung getretenen Personen. Die Liste der 100 Erstunterzeichner*innen wurde hier: https://archive.fo/x8k8J archiviert. Zusätzliche Informationen stehen in diesem thread zur Verfügung.

Mittlerweile (Stand 02.05.2019) wurde besagter Aufruf von 70.209 Personen unterzeichnet. (23)

[7] Quellenangaben

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Verein_Deutsche_Sprache, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(2) https://vds-ev.de/verein/, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(3) https://vds-ev.de/verein/bekannte-mitglieder/, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(4) https://www.compact-online.de/skandal-kabarettist-uwe-steimle-wegen-compact-t-shirt-gefeuert/, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(5) https://phinau.de/jf-archiv/online-archiv/file.asp?Folder=18&File=201827062911.htm&STR1=uwe%20steimle&STR2=&STR3=&STR4=, zuletzt abgerufen am 27.08.2018 „Der Sachse macht’s Maul auf“, 29. Juni 2018

(6) https://vds-ev.de, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(7) http://www.afd-suew.de/vorstand, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(8) So steht es auf der Webseite ohne nähere Angabe: https://vds-ev.de/gegenwartsdeutsch/gendersprache/gendersprache/, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(9) https://agensev.de/zugriff-oder-politische-korrektheit-schlaegt-redefreiheit/, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(10) https://agensev.de/zugriff-oder-politische-korrektheit-schlaegt-redefreiheit/, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(11) https://vds-ev.de/deutsch-in-der-politik/deutsche-sprache-ins-grundgesetz/deutsch-ins-grundgesetz/, zuletzt abgerufen am 28.08.2018

(12) https://vds-ev.de/deutsch-in-der-politik/deutsche-sprache-ins-grundgesetz/deutsch-ins-grundgesetz/, zuletzt abgerufen am 28.08.2018 zu finden unter: Petition „Deutsch ins Grundgesetz“

(13) https://vds-ev.de/deutsch-in-der-politik/deutsche-sprache-ins-grundgesetz/deutsch-ins-grundgesetz/, zuletzt abgerufen am 28.08.2018. Nachzulesen unter: Inhalt.

(14) https://vds-ev.de/pressemitteilungen/vds-bedauert-ablehnung-des-afd-antrags-auf-festschreibung-der-deutschen-sprache-im-grundgesetz/, zuletzt abgerufen am 28.08.2018

(15) https://vds-ev.de/gegenwartsdeutsch/gendersprache/gendersprache/, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(16) https://vds-ev.de/SN/sn2018-02.pdf, zuletzt abgerufen am 27.08.2018

(17) gemeint ist hier der Nachname M*hr

(18) hier geht es um die rassistische und herabwürdige Bezeichnung N*ger

(19) https://vds-ev.de/SN/sn2018-02.pdf, zuletzt abgerufen am 27.08.2018. „Der Rest ist Schweigen“. Schwarz oder Weiß, Siegfried oder Kevin: Es gibt manche Risiken, durch den eigenen Namen ins Aus zu geraten“

(20) https://uebermedien.de/7099/die-pegidahaftigkeit-des-vereins-deutsche-sprache/, zuletzt abgerufen am 28.08.2018

(21) https://uebermedien.de/7099/die-pegidahaftigkeit-des-vereins-deutsche-sprache/, zuletzt abgerufen am 28.08.2018

(22) https://uebermedien.de/7099/die-pegidahaftigkeit-des-vereins-deutsche-sprache/, zuletzt abgerufen am 28.08.2018

(23) https://vds-ev.de/gegenwartsdeutsch/gendersprache/gendersprache-unterschriften/schluss-mit-dem-gender-unfug/, zuletzt abgerufen am 02.05.2019

 

IFB Verlag Deutsche Sprache GmbH

Gliederung:

[1] Einleitende Anmerkungen
Ausgewählte Autoren und Angaben zur Person
[2] Konrad Adam
[3]Menno Aden
[4]Walter Krämer
[5]Josef Kraus
[6]Paul Kirchhof
[7] Ausrichtung des Verlages
[8] Quellenangaben

**********

[1] Einleitende Anmerkungen

Der IFB Verlag Deutsche Sprache GmbH hat seinen Sitz in Paderborn. Anteilseigner der Gesellschaft mit beschränkter Haftung sind „private Sprachfreunde“, der Sprachkreis Deutsch (Bern) und der Verein Deutsche Sprache. (1) Gemeinsam mit dem Verein Deutsche Sprache nahm der Verlag 2018 an der Leipziger Buchmesse teil. (2) Besonders eng ist der Verlag zusätzlich mit dem Institut für Betriebslinguistik verbunden. (3)

Darüberhinaus werden auf der hauseigenen Webseite Firmen und Institutionen gelistet, denen sich der Verlag besonders verbunden fühlt, darunter die Neue Fruchtbringende Gesellschaft, die Erlebniswelt Deutsche Sprache … . (4)

Über den Verlag gibt es keine weiteren Informationen und auch auf der hauseigenen Webseite sind keine weiterführenden Angaben vorhanden. Nur die Namen des Geschäftsführer (Dr.) Reiner Pogarell, der Ansprechpartnerin Daniela Worm und Jörg Pogarell, verantwortlich für die technische Umsetzung und CMS, werden genannt. (5)

Zum Kreis der Autor*innen gehören neben vielen unbekannten Namen auch Vertreter „neuer“ Rechter, Abtreibungsgegner oder AfD-Mitstreiter oder Unterstützer.

Anmerkungen: Da es sich hierbei ausnahmslos um männliche Autoren handelt, wurde die männliche Form gewählt.

Ausgewählte Autoren und Angaben zur Person

[2] (Dr.) Konrad Adam

Nachdem Konrad im April 2017 wegen eigenmächtiger, nicht abgestimmter Aktionen als Vorstand der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung abgesetzt wurde, gehört er  seit August 2018 wieder zum Stiftungsvorstand.

Als Autor schrieb er bereits für die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit, für die Schriftenreihe Erträge der Bibliothek des Konservatismus (BdK), für Eigentümlich frei, für die AfD-nahe Freie Welt des Sven von Storch, für das Deutschland-Journal der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (SWG), für die dem Opus-Dei nahestehende Fördergemeinschaft für Schulen in freier Trägerschaft, für Cicero

Für das Institut für Staatspolitik (IfS) hielt Adam 2012 einen Vortrag.

Konrad Adam ist ein erklärter Gegner der „Ehe für Alle“. Die Gleichstellung von geschlechtlichen Lebenspartner*innen mit der Ehe hielt er 2014 für grotesk, weil „Ungleiches könne nicht gleich behandelt werden“.

Anmerkung: Als ergänzende Informationen über die SWG empfehlen wir diesen Artikel: https://www.antifainfoblatt.de/artikel/gemeinn%C3%BCtzige-relativierung-von-kriegsschuld-und-holocaust

[3] (Prof. Dr.) Menno Aden

Auch Menno Aden hat schon für die Junge Freiheit publiziert, für das Deutschland-Journal der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (SWG), ebenso für die Patriotische Plattform, die ihn 2014 für einen Vortrag zum Thema „Islamisierung“ nach Leipzig einlud.

Von 2008 bis 2014 war Aden Vorsitzender der SWG. Er ist Gründer und Gründungsvorsitzender der Juristischen Gesellschaft Ruhr e.V., sowie Gründungsmitglied von ADAWIS e.V. – Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache.

Anlässlich des 17. Berliner Kollegs des Instituts für Staatspolitik (IfS) zum Thema Deutschland hielt Menno Aden 2009 einen Vortrag mit dem Titel: „Deutscher Patriotismus im heutigen Europa“. (6)

2016 berichtete die Zeit über Menno Aden als Geschichtsrevisionist, der die offiziellen Zahlen der im Holocaust ermordeten Juden in Frage gestellt habe und dennoch 2014 als AfD-Kandidat für das Europaparlament vorgeschlagen worden sei. (7) In einem Beitrag zum Auschwitz-Gedenktag hatte der damalige Vorsitzende der SWG, Prof. Menno Aden, geschrieben: »Seriöse Historiker nennen heute ganz andere Zahlen, man traut sich nur nicht, sie entgegenzuhalten … denn sie sind geradezu strafbar gering.«“ (8)

2014 trat Aden aus der AfD aus und wurde Mitglied der Fraktion des Essener Bürgerbündnis (EBB). (9)

2017 hielt der Essener Jurist und Publizist für die Bibliothek des Konservatismus einen Vortrag zum Thema „Selbstvergewisserung und Neubeginn – Zur christlichen Begründung des Konservatismus“. Da Aden von 1994 bis 1997 Präsident des Oberkirchenrates der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs in Schwerin gewesen ist, „…nahm er das zu Ende gehende Jubiläumsjahr der Reformation zum Anlaß, den Konservatismus von Luthers erster seiner 95 Thesen von 1517 her zu entwickeln.(10)

[4] (Prof. Dr.) Walter Krämer

Das FDP-Mitglied ist Sprecher des Vorstands der Stiftung Deutsche Sprache und 1. Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache (VDS). Für die Publikation Der Burschenschafter herausgegeben von der Allgemeine(n) Deutsche Burschenschaft schrieb Krämer 2018 einen Beitrag mit dem Titel: Die deutsche Sprache als Heimat.

Zwischen 2013 und 2016 verfasste Krämer 24 Beiträge für die AfD-nahe Freie Welt des Sven von Storch. Für die AfD-Veranstaltung zur EZB-Politik trat Krämer als Redner auf. Angekündigt wurde er u.a. als Initiator des Ökonomen-Aufrufs 2012.

Walter Krämer gehört zum Autor*innenkreis des rassistischen und islamfeindlichen Blogs Achse des Guten. Von 1988 bis 2017 war Krämer „…Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund; seitdem als Sprecher eines Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft an derselben Univerisät.(11)

Für die Partei Liberal-Konservativen Reformer (LKR) hielt der „Professor“ am 21.06.2017 einen Vortrag mit dem Titel: „Die demografische Zeitbombe – Ursachen und Folgen der deutschen Kinderlosigkeit“. (12)

Anmerkungen: Zum Bundesvorstand der LKR gehören u.a. die ehemaligen AfD-Mitglieder und Mitglieder des Europaparlaments Hans-Olaf Henkel, Bernd Lucke und Joachim Starbatty. Sie alle waren oder sind mit der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit verbunden, sei es als Autor oder als Interviewpartner. Ohne Übertreibung kann diese Partei den protofaschistischen Organisationen/Vereinigungen zugeordnet werden. Für die intensivere Auseinandersetzung mit der LKR empfehlen wir einen Blick ins Programm. (13)

[5] Josef Kraus

Josef Kraus, von 1987 bis 2017 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) wurde, mittlerweile zum Ehrenpräsidenten des Deutschen Lehrerverbandes ernannt. Sein neuestes Buch „50 Jahre Umerziehung. Die 68er und ihre Hinterlassenschaften“ wurde im rechtsextremen Manuscriptum Verlag veröffentlicht.

Bisher publizierte Kraus für Tichys Einblick, für die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit und für den rechten Verein Deutscher Arbeitgeberverband e.V. Markt & Freiheit. Er ist Mitglied des Förderkreises der Vierteljahresschrift TUMULT und Autor sowie als Referent für die Bibliothek des Konservatismus (BdK), einem Zentrum „neuer“ Rechter, bekannt.

Kraus gehört zum Kreis der Freunde und Unterstützer*innen des Vereins Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie (idaf).

Darüberhinaus war er bereits Referent für eine Tagung des Vereins Verantwortung für die Familie e.V.

Im Februar 2018 gehörte Kraus zu den Referent*innen der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema: „Gender, Instrument der Umerziehung“. Angekündigt waren neben Kraus auch Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz aus den Reihen der „Homoumpolern“, der Abtreibungsgegner Karl-Heinz B. van Lier, der österreichische Lehrer und Antifeminist Thomas Kubelik… als Referent*innen.

Kraus ist ein erklärter Gegner der „Ehe für Alle“, Gender ist für ihn ein Sprachgespenst. Gleiche Rechte für Alle bezeichnet der ehemalige Lehrer als „Egalitäts-Falle“ und in Sachen Erziehung und Bildung erwartet er Mut zu einer konservativen Haltung und Vermittlung einer Leitkultur. (14)

Anmerkungen: Das Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie ist ein rechter, reaktionärer Verein, der eigenen Angaben zufolge „…die öffentliche Meinung von den Ausschlägen der Ich-Gesellschaft befreien will…“ und sich als „Ideenfabrik“ versteht“. (15) Geschäftsführer des Vereins ist der Abtreibungsgegner und Junge Freiheit-Autor Jürgen Liminski vom Opus Dei. Weitere Vorstandsmitglieder sind bekannt als homosexuellenfeindliche Abtreibungsgegner*innen. Zu den Unterstützteri*innen gehört z.B. der Dominikanerprieser Wolfgang Ockenfels (u.a. Kuratoriumsmitglied der Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES), Paul Kirchhof oder Peter Hahne.

[6] (Prof. Dr.) Paul Kirchhof

Der Verfassungs- und Staatsrechtler Paul Kirchhof gehört zu den Unterstützer*innen des Instituts für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V. (IDAF)

Als Referent ist er schon aufgetreten für den Verein Verantwortung für die Familie und den Verein Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg.

Anmerkung: Als ergänzende Information über das Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg e.V. empfehlen wir diesen thread: hier.

[7] Ausrichtung des Verlages

In Anbetracht dieser Autoren ist es nicht überraschend, dass unter der Rubrik „Neuigkeiten rund um den Verlag“ eine kleine Rezension von Felix Dirsch aus dem rechtsextremen Magazin Sezession aufgeführt wird oder das Foto eines Textes „Kulturgeschichte deutscher Erfinder“ aus Die Aula vom März 2018.

Auch von einem Artikel aus der Sudentenpost vom 5.10.2017 wurde ein Screenshot gemacht, sowie von einer Rezension aus der „neu“rechten Wochenzeitung Junge Freiheit aus dem Jahr 2015, neben vielen anderen aus gewöhnlichen Tageszeitungen.

Anmerkungen: Die Zeitschrift Aula ist ein rechtsextremes österreichisches Magazin. „Das Magazin sieht sich als Sprachrohr der „national-freiheitlichen“ Studentenverbindungen Österreichs. Medieninhaber sind die der FPÖ nahestehenden Freiheitlichen Akademikerverbände (FAV) Österreichs. Eigentümer, Herausgeber und Verleger ist der Aula-Verlag in Graz.“ (16)

Wer sich unter der Rubrik „Verzeichnis lieferbare Bücher“ ein umschaut, findet lediglich Publikationen wie z.B. „Sternstunden. Grosse Texte deutscher Sprache“ oder „Der Anglizismen-Index 2017“.

Es gilt also genauer hinzuschauen, denn das erst genannte Buch „Sternstunden“ wurde von Walter Krämer und Josef Kraus verfasst und das Buch „Der Anglizismen-Index 2017“ ist eine Gemeinschaftproduktion des Vereins Deutsche Sprache, des Sprachkreis Deutsch und des Vereins Muttersprache.

Anmerkungen: Ergänzende Informationen über den Verein Deutsche Sprache hier.

Hinter der Veröffentlichung von Texten und Büchern zur deutschen Sprache steckt also mehr als auf den ersten Blick erscheint.

Messen wir den Verlag an seinen Autoren, dann ist der Verlag mindestens als reaktionär bis protofaschistisch einzuordnen. Mindestens.

[8] Quellenangaben

(1) http://www.ifb-verlag.de/, zuletzt abgerufen am 25.08.2018

(2) https://www.vds-ev-sachsen-anhalt.de/Startseite/, zuletzt abgerufen am 25.08.2018

 (3) http://www.ifb-verlag.de/, zuletzt abgerufen am 25.08.2018

(4) http://www.ifb-verlag.de/, zuletzt abgerufen am 25.08.2018; siehe Unsere Partner

 (5) http://www.ifb-verlag.de/, zuletzt abgerufen am 25.08.2018; siehe Impressum

 (6) https://staatspolitik.de/chronik-2009/, zuletzt abgerufen am 26.08.2018

 (7) https://www.zeit.de/hamburg/politik-wirtschaft/2016-11/afd-hamburg-landtag-fraktion-rechtsextremismus/seite-2, zuletzt abgerufen am 26.08.2018

 (8) https://www.antifainfoblatt.de/artikel/gemeinn%C3%BCtzige-relativierung-von-kriegsschuld-und-holocaust, zuletzt abgerufen am 26.08.2018

 (9) https://www.derwesten.de/staedte/essen/afd-ratsherr-menno-aden-tritt-ebb-bei-spd-bricht-gespraeche-ab-id9433028.html, zuletzt abgerufen am 26.08.2018

(10) https://www.bdk-berlin.org/veranstaltungsberichte/kontinuierliche-selbstpruefung-als-voraussetzung-konservativen-handelns/, zuletzt abgerufen am 26.08.2018

 (11) http://www.achgut.com/autor/kraemer, zuletzt abgerufen am 26.08.2018

 (12) http://lkr-bayern.de/event/prof-dr-walter-kraemer-die-demografische-zeitbombe-ursachen-und-folgen-der-deutschen-kinderlosigkeit/, zuletzt abgerufen am 26.08.2018

 (13) https://lkr.de/programm-2/, zuletzt abgerufen am 26.08.2018

(14) Nachzulesen in seiner Rede aus dem Jahr 2012 für eine Veranstaltung von Verantwortung für die Familie e.V. mit dem Titel: Die Herausforderung unserer Situation in Gesellschaft, Schule und Familie“. http://stage.vfa-ev.de/wp-content/uploads/2016/01/Vortrag-Kraus.pdf, zuletzt abgerufen am 26.08.2018

 (15) https://www.i-daf.org/wer-wir-sind/vereinszweck.html, zuletzt abgerufen am 25.08.2018

 (16) https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Aula_(Zeitschrift), zuletzt abgerufen am 25.08.2018